Mehrzweckschiffe, Schottel, A&R
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Die drei neuen Mehrzweckschiffe des Bundes, die bei Abeking & Rasmussen gebaut werden, erhalten Antriebssysteme von Schottel sowie Condition Monitoring Services.

Der Bund hatte für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder drei neue Mehrzweckschiffe in Auftrag gegeben. Sie lösen die »Mellum«, »Scharhörn« und »Neuwerk« ab. Einsatzgebiet sind die deutschen Küstengewässer in Nord- und Ostsee. Das erste der neuen Spezialschiffe soll 2023 den Betrieb aufnehmen, das zweite ein Jahr später und das dritte Schiff 2025.

Jeder der baugleichen, über 90 m langen Neubauten soll nach den Vorgaben des Auftraggebers eine guten Manövrierfähigkeit, einen hohen Pfahlzug und eine maximale Propulsionseffizienz aufweisen. Außerdem werden sie LNG als Kraftstoff verwenden. Dafür bekommen sie von Schottel jeweils zwei leistungsfähige RudderPropeller Typ SRP 750 (jeweils 4.500 kW bei 750 U/min).

Schottel, Ruderpropeller

Damit erreichen die Schiffe eine Geschwindigkeit von über 15 kn und einen Pfahlzug von mindestens 145 t. Zur Ausrüstung gehören außerdem einen PumpJet SPJ 520 (2.990 kW) pro Einheit sowie das von Schottel entwickelte MariHub als Datenerfassungs- und IoT-Gateway-Lösung. Das System erfasst und analysiert Signale von Sensoren, Maschinen sowie weiteren Komponenten. In Verbindung mit dem Condition Monitoring Service ProCMS können so frühzeitig Unregelmäßigkeiten im Antriebsstrang entdeckt werden, um Instandhaltungskosten zu reduzieren und die Verfügbarkeit der Schiffe zu erhöhen.

Die Mehrzweckschiffe erhalten zudem eine Spezialausstattung wie einen gasdichten »Zitadellen«-Aufbau mit Schutzluft-Versorgung, um bei Havarien Einsätze in gefährlicher Atmosphäre durchführen zu können. Auf dem Vorschiff ist eine Hubschrauber-Landefläche, über dem Heck eine Winschfläche angeordnet. So können zusätzliche Einsatzkräfte und Materialien sicher an Bord der Mehrzweckschiffe gebracht werden. Zusätzlich zu den 16 Besatzungsmitgliedern können an Bord bis zu 34 Einsatzkräfte untergebracht werden.

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