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»Die Bedeutung der Binnenschifffahrt für Europa« – war das Motto einer Veranstaltung, die das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) kürzlich virtuell ausgerichtet hat. 

Zu der Veranstaltung hatte das MCN gemeinsam mit der Fachhochschule Oberösterreich/Logistikum (FHOÖ), Bremenports, dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) sowie PIANC Deutschland eingeladen.

In ihrem Weißbuch stellt die Europäische Kommission den Binnenschiffsverkehr als Teil eines effizienten und ressourcenschonenden Verkehrssystems dar. Die rund 80 Konferenzteilnehmer widmeten sich vor diesem Hintergrund der Frage, wie es gelingen kann, den Binnenschiffsverkehr weiter zu modernisieren, dauerhaft leistungsfähig aufzustellen und stärker ins Bewusstsein der Verlader und Entscheidungsträger zu rücken.

Binnenschifffahrt attraktiver gestalten

Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des MCN, Knut Gerdes, der noch einmal die Notwendigkeit der zielgerichteten Zusammenarbeit der maritimen Branche betonte, startete Herfried Leitner, Geschäftsführer der TTS (Transport Trade Services) SA, mit einem Impulsvortrag. In dessen Mittelpunkt stand die zentrale Fragestellung, welche Punkte erfüllt sein müssen, um die Binnenschifffahrt attraktiv zu gestalten.

Leitner zufolge müsste von staatlicher Seite eine intakte Infrastruktur gewährleistet werden, denn ohne diese könnten auch die besten Schiffe ihre Leistung nicht erbringen. Des Weiteren müsse die Binnenschifffahrt einen Ausweg zur Reduzierung und Abhängigkeit von Massengütern finden.

Binnenschiff und Eisenbahn seien komplementär zueinander und sichern ganze Industriestandorte im Landesinneren. Daher sollten sich diese im fairen Wettbewerb zueinander befinden, um Entwicklungen voranzutreiben und Konkurrenz zu gewährleisten. Die Industrie müsse für Terminals, Häfen und Umschlagsplätze sorgen, die on demand oder 24/7 verfügbar sind, um Kosten zu senken und Effizienz zu steigern. Und nicht zuletzt müsste die Attraktivität des Berufs des Binnenschiffers erhöht werden. »Ohne eine intakte Binnenschifffahrt, wird der Green Deal und die Klimaneutralität bis 2050 – im Verkehrssektor – nicht zu erreichen sein«.

Um den Teilnehmenden im Anschluss an den Impulsvortrag, die Vertiefung einzelner Themen zu ermöglichen, bot die Veranstaltung virtuelle Tische an. Daran wurden die Schwerpunkte: Innovationen, Bewusstsein & Ausbildung, Infrastruktur, Leistungsfähigkeit, Binnenschiff 4.0 und Digitalisierung diskutiert.

Nach einem intensiven Austausch zog Dr. Susanne Neumann, Geschäftsstellenleiterin Niedersachsen des MCN e.V., folgendes Resümee: »Diese Veranstaltung hat gezeigt, dass ein großes Interesse an dem Thema Binnenschifffahrt besteht. In den Diskussionsrunden wurden viele Fragen bearbeitet, an denen wir mit unseren Kooperationspartnern anknüpfen und weitere spannende Veranstaltungen in diesem Bereich ableiten können. Die vielfältigen Herausforderungen für die Binnenschifffahrt zu adressieren – das erreichen wir am besten gemeinsam«.

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