Nach über zehn Jahren wurden die letzten beiden Flusskreuzer der Longship-Serie abgeliefert © Neptun Werft 
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Die Rostocker Neptun Werft hat die beiden Flusskreuzfahrtschiffe »Viking Gymir« und »Viking Egdir« an die Reederei Viking River Cruises abgeliefert – damit endet nach über zehn Jahren eine erfolgreiche Schiffsserie.

Wie die Werft mitteilt, sind die Neubauten die beiden letzten Flusskreuzfahrtschiffe im aktuellen Auftragsbuch. Mit ihrer Ablieferung endet nicht nur eine Schiffsserie, sondern auch die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Werft und Viking River Cruises. Diese startete 2010 mit dem Auftrag für ein einziges Flusskreuzfahrtschiff. Seitdem hat die Neptun Werft rund 65 Schiffe des Longships-Typs an die Reederei abgeliefert. Es sei damit »die längste Serie an Schwesterschiffen von Flusskreuzfahrtschiffen weltweit und ein Beleg der engen Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen«.

Fehlende Aufträge

Die Corona-Pandemie und der derzeitige Stillstand der Flusskreuzfahrtflotte in Europa sorgen aktuell für deutlich weniger Nachfrage nach neuen Schiffen. »Uns fehlt damit in den kommenden Jahren viel Arbeit. Wir müssen uns deshalb an die neue Situation anpassen und die Werft schnellstmöglich darauf einstellen«, so Lars-Gunar Klasen, Betriebsleiter der Neptun Werft. Aktuell laufen Verhandlungen zwischen der Werftleitung, dem Betriebsrat und der IG Metall, um die Neptun Werft schlagkräftig für die Zukunft zu machen und die Belegschaftsgröße an die neuen Marktbedingungen anzupassen. »Wir hoffen, dass wir die sehr erfolgreiche Partnerschaft mit Viking River Cruises fortsetzen können, wenn sich der Markt wieder erholt. Dafür arbeitet die Neptun Werft bereits intensiv an neuen innovativen Konzepten für emissionsarme und umweltfreundliche Flusskreuzfahrtschiffe der Zukunft. So kann die Werft bei möglichen neuen Aufträgen möglichst schnell ein neues Schiff liefern«, sagt Thomas Weigend, Geschäftsführer der Neptun Werft.

Ein solches innovatives Antriebskonzept befindet sich u.a. auf den gerade abgelieferten Neubauten. So sind beide mit einem hybriden Antriebssystem ausgestattet, einer Kombination aus Diesel-Motoren und Batterien. In der Vergangenheit waren insgesamt fünf Motoren für die Energieerzeugung auf den Schiffen der Viking-Serie installiert. Darunter ein Not- und Hilfsdiesel. Diese beiden Motoren hat die Werft durch Batterien ersetzt. Sie stellen zukünftig auch den Notbetrieb sicher. Außerdem können sie benötigte Energie bei Lastspitzen abdecken. Mit diesem Antriebskonzept »fahren die Motoren im optimalen Bereich, wodurch der Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen reduziert werden«.

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