RRP, Pipeline, Rotterdam
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Der Hafenbetrieb Rotterdam und die Rotterdam Rijn Pijpleiding Company (RRP) wollen mit einer Machbarkeitsstudie eine Pipeline zwischen dem Seehafen und dem Hinterland untersuchen.

Bei der sogenannten Delta-Corridor-Pipelineverbindung geht es um den künftigen Transport verschiedener Produkte wie beispielsweise Wasserstoff (H2), aber auch CO2, LPG und Propylen. Die Pipelines sollen von Rotterdam aus über Moerdijk, Tilburg und Venlo Industriepark Chemelot (Limburg) und weiter nach Nordrhein-Westfalen verlaufen.

Das potentielle Pipeline-Projekt könnte sich zu einer wichtige Versorgungsroute für die deutsche Industrie entwickeln und gleichzeitig CO2-Emissionen reduzieren. Das Projekt setzt auf bereits erfolgten Untersuchungen in den Niederlanden auf und könnte weiterentwickelt werden, sofern die Nachfrage aus Deutschland ausreichend zunimmt.

Deutschland hatte jüngst eine nationale Wasserstoffstrategie und einen entsprechenden Förderrahmen in Höhe von knapp 9 Mrd. € vorgelegt, bei dem der Import von H2 in beträchtlichem Umfang über Rotterdam erfolgen könnte. Wasserstoff wird sowohl als Energieträger als auch als Rohstoff beispielsweise in der Petrochemie und der Stahlindustrie eingesetzt.

Es würden zudem Möglichkeiten geprüft, andere Industriecluster in den Niederlanden und Belgien an das Pipeline-System anzuschließen. Ein bedeutender Teil der Trasse deckt sich mit der Lage der bestehenden RRP-Pipelines.

Zur Deckung der steigenden Nachfrage insbesondere nach Wasserstoff hat Rotterdam nach eigenen Angaben in den vergangnen Monaten eine Reihe von Partnerschaften mit zahlreichen Ländern geschlossen, darunter Portugal, Marokko, Oman, Australien, Chile, Brasilien und Kanada. Mittels dieser wichtigen Importfunktion will Rotterdam seine Position als Energiehafen Nordwesteuropas auch für die Zukunft sichern.

Die Rotterdam Rijn Pijpleiding Maatschappij N.V. (RRP) besitzt derzeit zwei Pipeline-Systeme mit einer Gesamtlänge von 457 km für den Transport von Rohöl von Rotterdam zu Raffinerien in Westdeutschland und Produkten (Diesel, Heizöl, Jet Fuel und Naphtha). Aktionäre von RRP sind Shell, Ruhr Oel und BP.

RRP kann Rohöl von den großen Tanklägern in Botlek, Europoort und Maasvlakte sowie Produkte von zwei Raffinerien rund um Rotterdam erhalten. Das Rohöl wird nach Venlo gepumpt, wo RRP ein Tanklager hat. Von dort wird es zu den deutschen Raffinerien in Gelsenkirchen und Köln gepumpt. Die Produkte werden von den Rotterdamer Raffinerien an die niederländisch-deutsche Grenze gepumpt. Dort wird es an die Rhein-Main-Rohrleitung (RMR-GmbH) übergeben, die die Produkte zu verschiedenen Terminals und Chemieunternehmen in Deutschland weitertransportiert. Die Anlage hat eine Transportkapazität von ca. 25 Mio. Tonnen Rohöl pro Jahr und ca. 10 Mio. Tonnen Produkte.