Elbe-Lübeck-Kanal, ELK
© WSA
Print Friendly, PDF & Email

Der Bund hat den geplanten und umstrittenen Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals gestoppt. Andere Vorhaben haben eine größere Priorität, heißt es.

Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium gefallen, teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit. Der im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehene Ausbau für größere Güterschiffe werde bis zum Abschluss einer Bedarfsplanüberprüfung im nächsten Jahr zurückgestellt, erklärte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Grundlage dafür werde dann die neue Verkehrsprognose für 2040 sein.

Vorerst geht es nur noch um den Erhalt der Wasserstraße und den »zuverlässigen« Betrieb der Schleusen. Auch drei weitere Brücken sollen auf eine Durchfahrtshöhe von 5,25 m angehoben werden. Einen Ausbau einschließlich der Vertiefung des ELK werde es dagegen nicht geben.

Angesichts vordringlicher und sicherheitsrelevanter Infrastrukturmaßnahmen im gesamten Netz müssten die Ressourcen nach Prioritäten eingesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung der GDWS. Hinzu komme, dass die Schleusen Witzeeze, Büssau und Krummesse im vergangenen Jahr auf die Liste der Kulturdenkmäler gesetzt worden seien. Auch dies wirke erschwerend.

Bereits vor zwei Jahren wurde der von der Wirtschaft geforderte, aber umstrittene Kanalausbau in wesentlichen Teilen auf Eis gelegt. Für das Projekt samt Neubau von Schleusen und Brücken waren Gesamtkosten von 838 Mio. € veranschlagt worden, um den Kanal für das 2,80 m abgeladene und 115 m lange GMS zu ertüchtigen.

Der 62 km lange Kanal verbindet die Häfen Lübeck und Travemünde mit der Elbe in Höhe Lauenburg und bietet damit den Anschluss an das Binnenwasserstraßennetz. Seit 2000 hat der Bund insgesamt 118 Mio. €  für den Ersatz der Kanalbrücken und an der Schleuse Lauenburg investiert.

Die Zahl der Schiffe und das Gütervolumen gehen seit Jahren zurück. Im Jahr 2021 registrierte das WSA in Lauenburg nur noch 929 Frachtschiffe an der Schleuse in Lauenburg. Die Transportmenge fiel von 563.388 t (2020) auf zuletzt nur noch 464.609 t. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 4.488 Schiffe und rund 1,48 Mio. t an Ladung.

Bisher kann nur die Schleuse in Lauenburg, die 2006 für 40 Mio. € neu gebaut worden war, von modernen Schiffen genutzt werden. Auf dem Kanal selbst beschränken die Schleuse die  Länge auf 80 m bei einem Tiefgang von bis 2 m.

Teilen: