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Der Hamburger Terminalbetreiber HHLA hat das Geschäftsjahr 2021 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Der Ukraine-Krieg sorgt jedoch für große Unsicherheiten, weshalb das Unternehmen keine Prognose für das laufende Jahr abgibt.

Die HHLA bestätigte heute die im Februar veröffentlichten Zahlen, die deutlich positiv von den weltweiten Schwierigkeiten in der Lieferkette geprägt sind. Der Konzernumsatz stieg um 12,7% auf 1,47 Mrd. €, das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 84,% auf 228,2 Mio. €, der Konzernjahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 163,9% auf 112,3 Mio. €. Während der Containerumschlag im Jahresvergleich um 2,5% auf 6,943 Mio. TEU anstieg, erhöhte sich das Transportvolumen um 10% auf 1,7 Mio. TEU.

Hafen, Hamburg, HHLA; Titzrath
HHLA-Vorstandschefin Angela Titzrath (© HHLA)

HHLA-Chefin Angela Titzrath sagte heute: »In den vergangenen zwei Jahren war es die Pandemie, die uns viel abverlangte, nun ist es der völkerrechtswidrige Krieg in der Ukraine. Die HHLA ist robust und stabil genug sowie finanziell solide aufgestellt.«

Dividende wächst

Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 16. Juni eine Dividende in Höhe von 0,75 € je dividendenberechtigte A-Aktie vorschlagen. Damit bestätige man die Dividendenpolitik, »nach Möglichkeit zwischen 50 und 70%« des relevanten Jahresüberschusses des Teilkonzerns Hafenlogistik an die Aktionäre auszuschütten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet die Entscheidung eine deutliche Steigerung. So war für das Jahr 2020 eine Dividende von 0,45 € vorgeschlagen worden – nach 0,70 € für das Jahr 2019. Somit kann sich die Stadt Hamburg – wie schon bei der Reederei Hapag-Lloyd – auf einige Einnahmen freuen. Mit 69% ist sie größter Anteilseigner.

»Nicht prognostizierbar«

Zur positiven Entwicklung der Ladungsmenge trugen maßgeblich die Fahrtgebiete Fernost sowie Nord- und Südamerika bei. Die drei internationalen Containerterminals in Odessa, Tallinn und Triest verzeichneten einen Zuwachs im Umschlagvolumen von 5,3% auf 615.000 TEU. Gerade in diesem Bereich dürfte sich allerdings in diesem Jahr einiges ändern.

© HHLA/Thies Rätzke
© HHLA/Thies Rätzke

Durch die Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts und den Angriffskrieg Russlands haben sich die bestehenden Unsicherheiten im gesamtwirtschaftlichen Umfeld verstärkt. »Für den unmittelbar vom Kriegsgeschehen betroffenen HHLA-Containerterminal in Odessa muss davon ausgegangen werden, dass die Geschäftstätigkeit zumindest temporär zum Erliegen kommt. Die weitere Entwicklung ist in Abhängigkeit von der Gesamtsituation in der Region derzeit nicht prognostizierbar«, heißt es seitens der HHLA. Weiterhin sei zu erwarten, dass der »Konflikt« insbesondere durch die Auswirkungen angekündigter Sanktionen und möglicher Gegenreaktionen zu noch nicht einzuschätzenden Beeinträchtigungen der konjunkturellen Entwicklung in Europa und darüber hinaus führen kann.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Unsicherheiten ist eine verlässliche Prognose aktuell nicht möglich. Daher geht die HHLA in ihrem Ausblick 2022 bei erwarteten Mengen- und Umsatzentwicklungen von den gegenwärtig absehbaren Rahmenbedingungen aus. Neben der zuvor beschriebenen Erwartung für den Container Terminal Odessa (CTO) wird angenommen, dass sich die Lagergelderlöse im Segment Container im Verlauf des zweiten Halbjahres sukzessive normalisieren. Die Angaben zu einer möglichen EBIT-Entwicklung erfolgen in Bandbreiten, die den zuvor genannten Unsicherheiten soweit absehbar Rechnung tragen. Mögliche Auswirkungen auf die Vermögenswertansätze des CTO lassen sich zum Zeitpunkt der Erstellung der Prognose nicht verlässlich bewerten, sie sind deshalb im Ausblick nicht berücksichtigt.

Container-Rückgang erwartet

Für 2022 wird im Teilkonzern Hafenlogistik sowohl bei Containerumschlag als auch den Containertransporten mit einem »moderaten Anstieg« gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Für die Umsatzerlöse wird ebenfalls insgesamt von einem moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. Nachdem das operative Betriebsergebnis (EBIT) im Geschäftsjahr 2021 durch deutlich erhöhte Lagergelderlöse und eine rückwirkend gewährte höhere Trassenpreisförderung positiv beeinflusst war, wird vor dem Hintergrund der bestehenden Risiken für das aktuelle Geschäftsjahr für den Teilkonzern Hafenlogistik ein EBIT in einer Bandbreite von 160 bis 195 Mio. € für möglich gehalten. Dabei wird innerhalb dieser Spanne im Segment Container ein starker Rückgang und im Segment Intermodal ein moderater Anstieg des jeweiligen Segment-EBIT für möglich gehalten.

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