Keine Wunder, kein Tempo

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Es ist vier Monate her, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den »Masterplan Binnenschifffahrt« hochfeierlich in Berlin vorgestellt hat. Es hatte, völlig zu Recht, kräftigen Beifall der involvierten Branchenverbände und aller sonst mit dem System Wasserstraße befassten Experten gegeben. Passiert ist allerdings seither wenig.

Es gibt überwiegend die gleichen Schlagzeilen wie in den Tagen zuvor. Sperrung hier, Ausfall dort, Förderprogramm vertagt, weiterer Gesprächsbedarf angemeldet, Studie in Auftrag gegeben, Budget eingefroren … Wunderdinge waren sicherlich nicht zu erwarten, ein bisschen mehr Tempo allerdings schon. Oder?

Die Nachbarn in den Niederlanden haben in der Zwischenzeit immerhin einen »Green Deal« mit ihrer Binnenschifffahrt verabschiedet. In dieser Vereinbarung mag es zwar keine großen Überraschungen geben, aber sie ist wenigstens konkret und sofort umsetzbar, zum Beispiel bei der Umrüstung auf moderne Euro V-Motoren. Hierzulande wird dagegen erst einmal bis 2020 ein teures Gutachten erstellt …

Darüber hinaus sprechen sich die Niederländer für einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds aus, finanziert von der EU und den relevanten Mitgliedsstaaten sowie aus einer noch nicht näher bestimmten Abgabe des Gewerbes. Das könnte ein großer Wurf werden, weshalb neben den nötigen einzelstaatlichen Bemühungen ein gesamteuropäisches Vorgehen angesagt ist. Hat man dazu aus Berlin schon mal etwas gehört?

Wir werden auf unserem »Forum Binnenschifffahrt« am 25. September in Kalkar mit ausgewiesenen Experten genau über diese drängenden Fragen diskutieren und praxisnahe Möglichkeiten aufzeigen (siehe S. 8/9). Diskutieren Sie mit. Wir freuen uns auf Sie!


Krischan Förster

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