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HGK übernimmt alle Binnenschifffahrts-Aktivitäten von Imperial Logistics. Das betrifft 400 Schiffe und gut 900 Mitarbeiter. 

Die in Südafrika börsennotierte Imperial Logistics Limited (IPL) verkauft ihre europäischen Binnenschifffahrtsaktivitäten (Shipping Group) an die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Das Geschäft in Paraguay ist nicht Teil der Vereinbarung, soll aber ebenfalls verkauft werden.

Der Kaufpreis wird mit 176 Mio. € bei einer Unternehmensbewertung von 225 Mio. € angegeben. Der Erwerb steht unter Vorbehalt der Zustimmung der IPL-Gesellschafter sowie der kartellrechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Darüber hinaus sind entsprechende Beschlüsse durch den Rat der Stadt Köln, den Kreistag des Rhein-Erft-Kreises sowie der Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln erforderlich, teilte die HGK jetzt mit. Geplant sei, den Verkauf zum 30. Juni abzuschließen.

400 Schiffe, 45 Mio. t an Ladung

Imperial betrieb zuletzt mit mehr als 900 Mitarbeitern eine Flotte von rund 400 Schiffen – eigene und Partikulierschiffe – und transportierte im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 45 Mio. t an Ladung. Das entspricht gut einem Viertel des gesamten Transportvolumens aller Binnenschiffe in Deutschland. Der Umsatz (Geschäftsjahr bis Juni 2019) lag bei gut 350 Mio. € bei einem operativen Gewinn von 19,5 Mio. €. Fünf Jahre zuvor, nach der Übernahme von Lehnkering, waren es noch rund 600 Mio. € und eine Transportleistung von 60 Mio. t. Als besonders profitabel gilt das Tanker-Geschäft.

  1. EUR 350,818,000 and EUR 19,5

Doch die Spatzen pfiffen längst von den Dächern, dass die südafrikanischen Eigentümer mit diesem Teil ihrer Aktivitäten immer schon gefremdelt haben. Im Herbst 2018 war ein Bieterverfahren zum Verkauf der Sparte eingeleitet worden. »Dieser Geschäftsbereich passt nicht mehr zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens«, hieß es Ende vergangenen Jahres auf Nachfrage der Binnenschifffahrt.

HGK steigt in alle Verträge ein

Die HGK übernimmt nach eigenen Angaben alle bestehenden Vertragsverhältnisse. Die Übernahme von Europas größter Binnenschiffsflotte sei »eine optimale Ergänzung des operativen Beteiligungsportfolios für Logistik und Güterverkehrsleistungen rund um die Verkehrsträger Schiene und Wasserstraßen«, heißt es weiter. Gleichzeitig könne die HGK signifikant ihre Präsenz in den wichtigen Seehäfen entlang der so genannten ZARA-Range (Zeebrugge, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) erweitern.

»Wir sehen große Chancen, für unsere Kunden durch kombinierte Angebote von Binnenschiff und Güterbahn wesentliche Vorteile zu generieren«, sagt Uwe Wedig, Vorstandsvorsitzender der HGK. Die Investition passe gut zu den strategischen Vorgaben, die die HGK als kommunales Unternehmen durch ihre Gesellschafter – Stadtwerke Köln, Stadt Köln sowie Rhein-Erft-Kreis – habe. Dazu zählten die Rohstoffversorgung und Warenverkehre für die heimische Wirtschaft im Rheinland.

»Wir bekommen mit der Shipping Group ein hervorragend geführtes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen in unser Portfolio. Der Markt kennt uns als verlässlichen Partner in der Güterlogistik, diese Expertise wollen wir weiter ausbauen«, so Wedig. Der heutige Chef der HGK stand selbst einige Jahre der der Spitze von Imperial Shipping.

Zum HGK-Verbund gehörten bislang unter anderem die HTAG (Häfen und Transport AG, 100 %), die neska-Gruppe (100 %) und die 50%-Beteiligung an RheinCargo als Zusammenschluss mit den Nuess-Düsseldorfer Häfen (NDH).

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