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Der österreichische Wasserstraßenbetreiber viadonau blickt auf ein positives Jahr für die Donau zurück. Die Schifffahrtsbedingungen 2019 wurden als ausgezeichnet eingestuft. Künftig sollen mehr chemische und petrochemische Produkte transportiert werden

Rund 100.000 Schiffseinheiten wurden nach Angaben der Österreicher im abgelaufenen Jahr an der Donau geschleust. Besonders im Vordergrund stand der Umweltschutz. Bei sämtlichen Tätigkeiten von viadonau hätten ökologische Aspekte eine wichtige Rolle gespielt. So konnte 2019 beispielsweise durch die Wiederanbindung von Flussmäandern an March und Thaya wertvoller neuer Lebensraum geschaffen werden. Ähnliches gilt für innovative Bauwerke zur Ufersicherung an der Donau, »die einen nachhaltigen wasserbaulichen und ökologischen Mehrwert zeigen.«

Dass Insellösungen auch manchmal erstrebenswert sind, verdeutlicht ein Projekt an der österreichisch-slowakischen Grenzstrecke der Donau: Auf Höhe Wolfsthal wurde eine weidenbewachsene Kiesbank zur Insel umgestaltet. Die Insel selbst weist einen Bewuchs mit auentypischen Weiden auf. Sie wird den Tieren der Donau-Auen als beruhigtes Rückzugsgebiet dienen und gleichzeitig bildet der neu durchströmte Wassergraben in Ufernähe optimale Bedingungen für Jungfische.

Seit dem Sommer 2018 wurde der Hochwasserschutz March-Thaya nördlich von Rabensburg saniert. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten im Herbst 2019 ist die Schutzfunktion des erneuerten, insgesamt rund 75km langen Dammsystems vollständig wiederhergestellt und bietet den Gemeinden vor Ort wieder optimale Sicherheit. Mit der funktionalen Fertigstellung großer Teile der Hochwasserschutzanlagen an der Donau (Marchfeld) sei ein enormer Schritt hin zu mehr Sicherheit für rund 30.000 Bürger gelungen, so viadonau.

Seit 2017 wird das Hochwasserschutzsystem Marchfeldschutzdamm durch die österreichische Wasserstraßengesellschaft generalsaniert. Ein Großteil der Bauarbeiten konnte 2019 abgeschlossen werden – deutlich früher als erwartet, wie die Österreicher sagen.

Im vergangenen Sommer wurde zudem eine zweijährige Initiative Donaulogistik für »chemische und petrochemische Produkte mit dem Binnenschiff« gestartet. Sie hat das Ziel, Sektoren zu vernetzen, um Transporte zu initiieren. Rund 25 Experten aus Donaulogistik und Mineralölindustrie waren beim ersten Meeting zusammengekommen, um gemeinsam das Potenzial von flüssigen Produkten der chemischen und petrochemischen Industrie für die Donauschifffahrt zu diskutieren und praktische Transportmöglichkeiten auszuloten.

Egal ob Mineralöle, Biodiesel oder weitere chemische Produkte, die Donau kann eine sichere und günstige Transportlösung für diese Produkte bieten, davon ist man bei viadonau überzeugt. Zahlreiche Ballungszentren, Raffinerien und Unternehmen der chemischen Industrie liegen entlang dieser Wasserstraße. Im Bereich der Flüssiggüter schwimmen bis dato vor allem Mineralöle über die österreichische Donau, die mit 1,3Mio.t im Jahr 2018 etwa 20% des Transportvolumens ausmachte. Dieser Sektor wird daher als potenziell wichtig identifiziert.

Beim Thema LNG war man sich einig, dass solche Systemveränderungen des Sektors sowohl als Transportgut als auch als Antrieb für Binnenschiffe nur auf Basis der Zusammenarbeit von Industrie und Logistikanbietern erfolgen können.

Die viadonau-Initiative steht erst am Anfang. Weitere chemische Produkte wie chemische Düngemittel, Kunststoffe und andere chemische Erzeugnisse für den Donautransport werden in Folgeveranstaltungen unter die Lupe genommen.
Josef Müller

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