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Das landesweite Niedrigwasser in den großen Flüssen hält weiter an. An einigen Pegeln des Rheins haben die Pegel die niedrigsten Werte gefallen, die jemals gemessen wurden.

Es herrschte in den vergangenen Tagen weiter ruhiges und trockenes Herbstwetter vor, heißt es bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), wobei sogar am 13. Oktober mit bis zu 28 °C neue Wärmerekorde im Norden und in der Landesmitte aufgestellt wurden. So warm sei es an diesem Tag seit Messbeginn noch nie gewesen.

Und das habe Folgen für die Wasserstände. Erstmals in der Geschichte seien in der vergangenen Woche in keinem der Einzugsgebiete Niederschläge verzeichnet worden. Gemittelt über alle Flussgebiete Mitteleuropas sind im vergangenen 30-tägigen Zeitraum insgesamt nur etwa 62 % des durchschnittlichen Niederschlages der Jahre 1961 bis 1990 gefallen.

Die Pegel in fast allen frei fließenden, nicht-staugeregelten Flussabschnitten in Deutschland zeigen Niedrigwasser. An der Elbe zwischen Pirna (Fluss-km 34,67) und Meissen (Fluss-km 82,20) ist zurzeit ein kurzfristiger Anstieg des Wasserspiegels zu beobachten. Laut Mitteilung des WSA Magdeburg ist das jedoch auf Stützung durch die Talsperren in Tschechien zurückzuführen.

Am Rhein sind die Pegel inzwischen so weit gefallen, dass die Kennwerte der niedrigsten bekannten Wasserstände (NNW) an den Pegeln Worms, Kaub, Duisburg-Ruhrort und Rees inzwischen erreicht bzw. unterschritten wurden.

Niedrigwasser, BfG

In Emmerich wurde heute ein neuer Rekordtiefstwert von 16 cm erreicht, der vermutlich weiter fallen wird. Die Fahrrinnentiefe des Rheins betrug dort noch gut 2 m. Bei Maxau sind es nur noch 3,12 m. In Kaub lag der Pegel mit 40 cm nur noch knapp über dem historischen Tiefstwert von 35 cm.

Da die Tankschiffe aus Rotterdam teilweise nur noch mit einem Drittel der üblichen Ladungsmenge fahren, ist es im Süden Deutschlands zu ersten Engpässen an den Tankstellen gekommen, teilte der Mineralölwirtschaftsverband mit.

Niedrigwasser
Karte: BfG

Contargo erhebt Zuschlag und nutzt Landbrücke

Beim Container-Logistiker Contargo wurde angesichts der fehlenden Wassertiefen eine Landbrücke per Lkw zwischen den Terminals an Ober- und Mittelrhein und Neuss eingerichtet. »Aus Sicherheitsgründen wird die Binnenschifffahrt bei einem Pegel Kaub unterhalb von 40 cm weitestgehend eingestellt«, heißt es. Unterhalb eines Pegelstandes in Kaub von 81 cm und unterhalb von 181 cm in Duisburg-Ruhrort entfalle zudem die Transportverpflichtung. Es werde auch keine Haftung für eventuelle Kosten übernommen, die auf Kundenseite durch Verzögerungen in der Anlieferung / Abholung der Container entstünden.

Für den Mehraufwand erhebt der Logistiker einen Kleinwasserzuschlag für alle Terminals südlich von Koblenz von 476 € (TEU) bis 625 € (FEU). Für alle Terminals südöstlich von Wesel bis einschließlich Koblenz gebe es eine weitere Staffel im Kleinwasserzuschlag, heißt es.