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Tschechien gilt als wichtiger Hinterland-Markt für die norddeutschen Häfen. Davon will nun auch Bremen stärker profitieren.

Mit einer neuen Repräsentanz in Prag wollen die bremischen Häfen ihre gute Marktposition in der Tschechischen Republik weiter ausbauen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Hafenmanagementgesellschaft bremenports und der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) wurde jetzt vorgestellt.

Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner, sagte: »Mit der Neuaufstellung des Hafenmarketings im vergangenen Jahr haben wir entschieden, in wichtigen Hinterlandregionen stärker aufzutreten. Neben Österreich ist Tschechien ein wesentlicher Markt sowohl im Bereich Container als auch bei den Automobilen. Mit der neuen Repräsentanz in Prag wollen wir die Entwicklungen in unserem Nachbarland noch intensiver als bisher begleiten.«

Die Handelsbeziehungen Tschechiens mit der Freien Hansestadt Bremen entwickeln sich dem Senator zufolge »ausgesprochen dynamisch«, mit Sachsen und Hamburg hingegen würden sie stagnieren. 2018 stieg das bremisch-tschechische Handelsvolumen im Vorjahresvergleich um 14,6 % und erreichte den Rekordwert von 848,4 Mio. €. Das sei mehr als Tschechiens Handel mit Kanada oder den Emiraten. Den Handelsverkehr dominieren mit Abstand Kraftwagen und Kraftwagenteile – mit 35 % beteiligten sich diese 2018 am gemeinsamen Außenhandel, danach folgen Bekleidung, Metalle, Nahrungs- und Futtermittel sowie Maschinen.

bremenports-Geschäftsführer Robert Howe hob hervor: »Tschechien ist im Bereich Container der wichtigste europäische Hinterlandpartner. Es gibt drei direkte Containerzug-Verbindungen nach Tschechien. Dabei ist der Bahnterminal in Prag nach Regensburg der bedeutendste Bahnterminal im Containerhinterlandverkehr. Es ist angesichts der Konkurrenz am Markt klug, diesen Markt noch enger zu begleiten, als dies bislang der Fall war.«

Künftig soll die DTIHK für bremenports diese Lobbyarbeit für die bremischen Häfen erbringen. Als Ziele der Kooperation werden beschrieben:

  • neue Ladungsströme für die bremischen Häfen zu generieren
  • derzeitige Ladungsströme abzusichern,
  • Aktivitäten anderer (Wettbewerbs-)Häfen zu beobachten,
  • neue Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen sowie
  • die Einbindung in Logistikaktivitäten.