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Die Stadt Lauenburg feiert in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum:

Der Personen-Seitenraddampfer »Kaiser-Wilhelm« hat runden Geburtstag

Auch wenn auf der Elbe oberhalb von Geesthacht bei akutem Niedrigwasser kaum noch Frachter fahren können, verkehren weiter flussaufwärts immerhin noch elf Dampfschiffe Einer davon ist der Personen-Seitenraddampfer (PSD) »Kaiser Wilhelm« des Elbschifffahrtsmuseums Lauenburg, der in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen feiert.

Gebaut wurde die »Kaiser Wilhelm« im Jahr 1900 auf der Schiffswerft Dresden-Neustadt, die später in die Schiffswerft Übigau überging. Der damalige Neubau war für eine Fahrgastschiff-Reederei an der Weser bestimmt und hat dort 70 Jahre zuverlässig seinen Dienst vollzogen. Weil danach Verschleißspuren unübersehbar waren, Umweltaktivisten etwas gegen Rauch und Dampf hatten und für eine Unterhaltung das Geld fehlte, drohte dem Schiff die Verschrottung. Das wollte das Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum jedoch nicht zulassen und so fiel der Entschluss, das Schiff zu erwerben, um es mit Hilfe der Hitzler-Werft wieder in einen fahrbaren Zustand zu versetzen. Anschließend sollte es für touristische Zwecke auf der Elbe eingesetzt werden, mit den Einnahmen aus den Fahrten sollte wiederum das Museum und auch das Schiff erhalten werden – alles in ehrenamtlicher Tätigkeit, versteht sich. Dieses Modell erwies sich als sehr erfolgreich.

Die »Kaiser Wilhelm« ist neben der Bronzefigur »Rufer« zu einem zweiten Wahrzeichen für die Schifferstadt Lauenburg am Dreieck von Elbe und Elbe-Lübeck-Kanal geworden. Vor zwei Jahren stellte sich bei einer Landrevision allerdings heraus, dass die Dampfkessel erneuert werden müssten. Auch die Beplankung des historischen hölzernen Oberdecks war erneuerungsbedürftig, zudem standen weitere Reparaturen an. Die Stadt und die Sponsoren des Fördervereins konnten diese Aufwendungen jedoch nicht stemmen. Zu Hilfe kam ihnen schließlich Norbert Brackmann, Mitglied des Bundestages (MdB), zu dessen Wahlbezirk Lauenburg gehört. Brackmann warb für die Erhaltung des Schiffes beim Bund erfolgreich um Fördermittel und so konnten die nötigen Reparaturen erfolgen. Die neuen Kessel wurden auf der Hitzler-Werft bereits eingebaut, alle anderen Instandsetzungen verlaufen ebenfalls planmäßig, wie es heißt.

Nun gibt es noch ein zweites Jubiläum, denn die »Kaiser Wilhelm« wurde von den Lauenburgern vor genau 50 Jahren erworben. Weil das Schiff an der Weser noch immer unvergessen ist, kommen viele Menschen in den wetterfreundlichen Jahreszeiten von dort mit Bussen nach Lauenburg, um auf »ihrem« Kaiser eine Schifffahrt zu unternehmen. Jetzt, wo das Schiff 50 Jahre in Lauenburg seinen Dienst erfolgreich getan hat, organisiert der Förderverein vom 17. Juli bis zum 2. August eine Fahrt »Zurück ins Weserbergland«. Die Tour führt von Lauenburg über den Elbe-Seitenkanal und den Mittellandkanal nach Minden und von dort die Weser aufwärts bis Hann, Münden und wieder zurück.

Interessierte können sich per E-Mail an:

[email protected] für die Fahrt anmelden.
Christian Knoll

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