Hafen Oldenburg im Aufwind

Print Friendly, PDF & Email

Der Hafen Oldenburg hat dem Umschlag 2019 um 11,3% gegenüber dem Vorjahr

steigern können. Weil auch weiter mit einer positiven Entwicklung gerechnet wird,

wird neues Umschlaggerät angeschafft

Nach Angaben des Eigenbetriebes Hafen der Stadt Oldenburg gingen im Hafen Oldenburg 2019 insgesamt 1.143.849 t Güter über die Kaikanten. Damit ist der Standort einer der umschlagstärksten Binnenhäfen Niedersachsens. Hauptsächlich werden Baustoffe (Sand, Kies, Natursteine und Split), Getreide und Futtermittel, chemische Erzeugnisse (Mineraldünger) sowie Sekundarrohstoffe (Altmetalle) umgeschlagen.

Nach Aussage von Nico Steudel, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag, war die weiterhin stabile Baukonjunktur ein Grund für das Wachstum. Dies habe zu einem Anstieg der umgeschlagenen Baustoffmengen um rund 31.000t geführt.

Bei den Futtermitteln konnte ebenfalls ein Wachstum beobachtet werden, hier wurden über 60.000t mehr umgeschlagen als 2018. Ausschlaggebend seien Verlagerungseffekte aus anderen Häfen und von anderen Verkehrsträgern, so Steudel. Hauptgrund sei die günstige Lage Oldenburgs zu den Verarbeitern und Empfängern der Futtermittelindustrie.

Insbesondere die Binnenschifffahrt profitiert von dieser Entwicklung. Rund 103.000t mehr Güter wurden auf diese Weise befördert. Im Gegensatz dazu blieb die Menge der per Bahn transportierten Fracht konstant.

Neues Wendebecken im Bau

Steudel geht davon aus, dass der Hafen Oldenburg in den kommenden Jahren auch weiterhin eine positive Entwicklung nehmen wird. Ein Meilenstein könnte das Wendebecken für bis zu 110m lange Seeschiffe werden. Davon verspricht man sich eine Verdopplung des Schiffsverkehrs auf etwa 100 Frachter.

Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Weser-Jade-Nordsee soll das Wendebecken im zweiten Quartal dieses Jahres fertig sein. Weil Schlosssprengungen in der neuen Uferwand festgestellt worden waren, herrscht beim Bau derzeit allerdings Stillstand.

Um für künftiges Wachstum gerüstet zu sein, hat die Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag zwei hydraulische Umschlagbagger in Auftrag gegeben. Es handelt es sich um finnische Mantsinen 120, die in Deutschland von der Fa. Kiesel vertrieben werden. Die beiden Geräte sollen im Herbst 2020 per Schiff direkt von Ylämylly, Finnland, nach Oldenburg geliefert werden. Die vollelektrisch angetriebenen Umschlagbagger werden auf schienengeführten Portalen stehen, um Zug und Lkw-Verkehr auf der Kaje zu ermöglichen. Sie sind mit Schnellwechslern ausgestattet, um einen schnellen Wechsel der Schaufeln, je nach Umschlaggut, zu gewährleisten. Durch die Umschlagwerkzeuge werden gleichermaßen Schnelligkeit und Flexibilität erhöht.

»Je ein Gerät wird im Hafen Dalbenstr. und im Osthafen aufgebaut«, sagt Steudel. Die 140t schweren Hydraulikbagger ersetzen die Krane aus den 1960er-Jahren. Mit der Investition bekenne man sich ein weiteres Mal zur Zukunft des Oldenburger Hafens, so der Rhein-Umschlag-Chef.

»Der Oldenburger Hafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Oldenburg. Hier werden Arbeitsplätze geschaffen und gehalten. Aber auch für den Tourismus gewinnt unser Hafen weiter an Bedeutung«, sagt Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Damit spricht er die positive Entwicklung der Fahrgastschifffahrt an. Demnach haben an dem im Juli 2019 eröffneten Fahrgastanleger im vergangenen Jahr 42 Schiffe festgemacht. An dem vorherigen Standort im Hafen waren es 28.

Teilen