Ennshafen vertraut auf Flexibilität

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Nach einem äußerst erfolgreichen Jahr 2019 sieht der österreichische Ennshafen

angesichts der Coronavirus-Pandemie wirtschaftlich herausfordernden Zeiten entgegen. Man baut auf Investitionen und eine schnelle Reaktionsfähigkeit

Den Abschluss des Jahres 2019 konnte der Ennshafen mit besten Ergebnissen und zahlreichen Investitionen am Standort feiern. Mit einem Wasser/Land-Umschlag von 782.000t wurde 2019 das sechstbeste Ergebnis seit Bestehen des Ennshafens erzielt.

Dank den meist guten Wasserverhältnissen der Donau im vergangenen Jahr lag der Gesamtumschlag für 2019 etwa 20% über dem durchschnittlichen Wasser/Land-Umschlag der letzten zehn Jahre. Zuwächse gab es vor allem in den Gütergruppen Salz, Düngemittel, Getreide und Ölsaaten.

Am Containerterminal Enns (CTE) wurden im letzten Jahr insgesamt 395.000TEU umgeschlagen. Dies bedeutet ein Plus von 8% zum Vorjahr und den höchsten Umschlag seit Errichtung des Terminals.

Doch nun machen sich die weltweiten wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bemerkbar. »Die positive Fortschreibung des letzten Jahres wird sich aufgrund der einschneidenden Beschränkungen vom März und April nicht in dieser Form fortsetzen lassen. Es gelten veränderte Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und viele unserer Kunden fragen sich: Wo geht die Reise hin bei produzierenden und verladenden Unternehmen?«, sagt der Hafenbetreiber nun.

Am »Puls der Zeit zu bleiben und rasch die vorhandenen Möglichkeiten auf die neuen Bedarfe ausrichten«, werde auch in dieser Zeit die richtige Strategie sein.

Man vertraut dabei auch auf die Lage in Österreich. Der Ennshafen liegt an der Grenze des ober- und niederösterreichischen Zentralraums und damit im stärksten Wirtschaftszentrum Österreichs. Hier werden laufend konstante Mengen an Grundstoffen für Industrie, Landwirtschaft und Futtermittel benötigt.

»Fit for future«

»Motiviert blicken wir in die Zukunft und sind mit unserem modernen Standort für bevorstehende Herausforderungen gut gerüstet«, erklärt die Geschäftsführung. In vielen Bereichen sei bereits wertvolle Arbeit geleistet worden. Themen wie alternative Kraftstoffe, Digitalisierung und Landstromversorgung haben im Ennshafen einen hohen Stellenwert und werden für die nächsten Jahre entwickelt. »Fit for future« lautet die Devise.

Tatsächlich wurde im Vorjahr die straßen- und bahnseitige Infrastruktur mit einer Gleiserweiterung für zwei Ansiedler und grundlegenden Straßenbelagsarbeiten aufgewertet. und auch die laufenden Investitionen der ansässigen Unternehmen sind beachtlich. Am Containerterminal Enns wurden 9,6Mio.€ in einen vierten Portalkran und den Ausbau der Betriebsgleise investiert. Mit Realisierung der dritten Ausbaustufe kommt das Terminal auf eine jährliche Umschlagkapazität von über 500.000TEU.

Die Wasserumschlagbetriebe haben neue Siloanlagen und Umschlaghallen errichtet sowie Logistikabläufe optimiert. Danubia Speicherei hat Neuerungen im Zufahrts- und Haltebereich für Lkw umgesetzt. Durch optimierte Logistikabläufe erfolgt die Abfertigung aller Fahrzeuge wesentlich rascher und effizienter. Fuchshuber Agrarhandel hat noch im Jahr 2019 mit der Errichtung von zusätzlichen Siloanlagen begonnen. Am Werksgelände von Fixkraft-Futtermittel wurden eine zweite Werkszufahrt inklusive Brückenwaage und eine Waschanlage für Lkw errichtet sowie Produktionsanlagen modernisiert. Weitere Investitionen in Siloanlagen und den Maschinenpark sind in Planung. Rauch Recycling verfügt über zwei neue Umschlaghallen.

Der Aufschwung setzt sich in den beiden Wirtschaftsparks Enns und Ennsdorf fort. Das Verteilzentrum der Österreichischen Post ist seit August 2019 in Betrieb. Viele Betriebe haben Maßnahmen für saubere Logistik und erneuerbare Energie getätigt; von der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen bis zum Einsatz LNG-betriebener Lkw und Einrichtungen für die Elektromobilität.

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