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Ein kleines maritimes Spektakel ergab sich Anfang Mai in Haren im Emsland. Nach monatelangen Vorbereitungen wurde der Traditionsschlepper »August« aus dem Wasser gehievt und an den Platz seiner neuen, letzten Bestimmung – an Land – verbracht.

Mit Hilfe des Schwerlastkrans »Triton« der niederländischen Firma Wagenborg kam der bisher im Museumshafen liegende Dampfschlepper langsam aus dem Wasser. Der Schiffsverkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal war dafür eigens gesperrt worden.

Der auf rund 60t Gewicht geschätzte Schlepper war 1929 nach Haren gekommen. Schiffer Otto Schöning kaufte den Dampfschlepper von der Firma Lenkering aus Emden für 44.000 Goldmark. Bei einem schweren Bombenangriff am 6. Juli 1944 wurde das 23,83m lange und 5,23m breite Schiff schwer beschädigt, konnte aber nach erfolgter Reparatur im Herbst 1948 wieder in Dienst gestellt werden.

1953 erwarben die Gebrüder Schöning das Schiff. Im Jahre 1961 wurde die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor mit 375 PS ersetzt. 1977 erfolgte die Stilllegung. Seit März 1980 gehört es zum Ensemble des Schifffahrtsmuseums. Bedeutung für die Harener Schifffahrt haben Schiffe dieser Art insofern, als das rund 500 entsprechende Einheiten einst zur Harener Flotte zählten.

Der neue Liegeplatz an Land befindet sich im Mündungsbereich des Haren-Rütenbrock-Kanals in der Dortmund-Ems-Kanal. Die Initiatoren vom Heimatverein Haren und vom Förderverein zur Erhaltung des Schifffahrtsbrauchtums in Haren sind sichtlich zufrieden. Sie finden die Kosten für die Aktion, allein der Einsatz des Schwimmkrans summierte sich auf rund 25.000€, gut angelegt.

Der letzte Platz des Schleppers, der vor Ort von Mitarbeitern der Harener Schiffswerft Kötter mit vielen Schweißnähten gesichert wurde, dürfte tatsächlich neben der als Emslanddom bezeichneten Martinuskirche ein weiteres Wahrzeichen der emsländischen Schifferstadt werden.

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