Europa bekommt größten Shortsea-Carrier

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Dem europäischen Shortsea-Markt steht eine Neuordnung bevor. Arkon Shipping aus Haren und Wilson aus Norwegen legen ihre Flotten zusammen

Im Rahmen der notwendigen Konsolidierung des europäischen Kurzstreckenseeverkehrsmarktes« habe man eine Vereinbarung unterzeichnet, teilte der bislang schon als Marktführer geltende Carrier Wilson mit. So soll der »größte Akteur des Kurzstreckenseeverkehrs in Europa« gebildet werden.

Konkret bedeutet die Ankündigung, dass Wilson etwa 20 Bulker langfristig von Arkon Shipping leasen wird. Dazu sollen auch die Neubauten der »Hanse Eco«-Serie gehören, die in den nächsten Jahren abgeliefert werden. Der fünfte Neubau aus der Serie soll über die neue Online-Plattform New Shore Invest finanziert werden.

Wilson wird nach der Vereinbarung eine Flotte von mehr als 130 Schiffen mit Tragfähigkeiten zwischen 1.500 t und 8.500 t betreiben, darunter 92 eigene.

Der Carrier will alle Verträge und Kundenverpflichtungen erfüllen, die von Arkon eingegangen wurden. Die in Haren an der Ems ansässige Reederei soll hingegen als exklusiver Agent ein integrierter Bestandteil des Wilson-Chartersystems werden und das Mittelmeer-Geschäft der Wilson-Flotte übernehmen.

»Glauben an den Markt«

»Ein größeres System und eine größere Marktorganisation werden die Effizienz steigern, Überkapazitäten reduzieren, die Betriebskosten verbessern und das europäische Netzwerk erweitern«, heißt es in einem Statement der Norweger. »Die Vereinbarung untermauert den gemeinsamen langfristigen Glauben an den Markt trotz der Covid-19-Pandemie«, so Wilson weiter.

Bis die neuen Partner loslegen, stehen allerdings noch kartellrechtliche Prüfungen bevor. Dennoch will man noch in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten, »frühestens am 1. September«.

Wilson hatte in der jüngeren Vergangenheit einige Male die Flotte ausgebaut, vor allem durch Aktivitäten auf dem Secondhand-Markt, unter anderem auch bei deutschen Reedereien. Zuletzt hatte man im November 2019 die »Lauren C« und »Nicole C« von Carisbrooke gekauft, die 1975 gebaute »Wilson Reef« wurde hingegen abgegeben. Im Dezember kamen zwei Arklow-Schiffe dazu. Mit Neubauaktivitäten hielten sich die Norweger zurück. Bis auf zwei Bareboat-Charter-Schiffe datieren die »jüngsten« Ablieferungen aus den Jahren 2011 und 2012.

Die Gruppe mit Hauptsitz in Bergen ist mit Tochtergesellschaften in Rotterdam, Reykjavik und Murmansk, mit dem Joint Venture H&S Logistics auch im See-Binnen-Verkehr in Duisburg vertreten. Die Firma gehört zu je 50% Wilson und Haeger & Schmidt Logistics.

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