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Rund 300 Fähren sind ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Transports in den Niederlanden. Die Nahverkehrsbetriebe von Amsterdam haben jetzt eine Studie für neue Elektrofähren in Auftrag gegeben, um strengeren Umweltauflagen zu genügen

Ab 2019/20 gelten die neuen Emissionsvorgaben der EU. Heutige Dieselmotoren verfehlen die Normen der sogenannten NRMM-Richtlinie deutlich, und selbst die aktuellste Generation der Selbstzünder schafft es nur mit Hilfe einer zusätzlichen Abgasnachbehandlung. Alternativ könnten auch Hybrid-Antriebssysteme oder umweltfreundlichere Kraftstoffe zum Einsatz kommen.

Die GVB, Nahverkehrsanbieter in Amsterdam und gleichzeitig Betreiber der Personenfähren, geht deshalb einen anderen Weg, um einen emissionsfreien Schiffsbetrieb bis 2025 zu erreichen. Künftig sollen die Schiffe nahezu geräuschlos und abgasfrei übers Wasser gleiten. An das Design-Büro C-Job erging daher der Auftrag, einen Entwurf für fünf kombinierte Passagier- und Autofähren vorzulegen.

Es wären zugleich die größten rein-elektrisch betriebenen RoPax-Fähren in den Niederlanden, sagt Pim Schulp, Projektmanager bei C-Job. 245 t können maximal transportiert werden. Die Kapazität läge also bei 400 Passagieren oder 20 Autos und vier Lkw. Selbst Schwerlasten mit einem Gesamtgewicht von mehr als 100 t und einem Achsgewicht von 12 t könnten an Bord genommen werden.

Das Konzept von C-Job sieht vor, dass die Fähren ihre Batterien an den Anlegestellen während des Be- und Entladens aufladen. Dies soll in nur vier Minuten geschehen, um einen schnellen Takt zu ermöglichen. Zusätzlich steht an Bord ein Diesel-Generator zur Verfügung, um die Akkus auch ohne Landanschluss mit neuer Energie versorgen zu können, zum Beispiel bei Überführungsfahrten oder bei einem höheren Strombedarf ab Windstärke 8. Am Ende sollen die Fähren 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche einsatzfähig bleiben, ohne auf nächtliche Ladezeiten angewiesen zu sein.

Die 41 m langen Neubauten sollen ältere Fähren auf drei verschiedenen Routen im Westen Amsterdams ersetzen. »Sie sind so ausgelegt, dass der Ladungsmix flexibel für Fußgänger, Fahrradfahrer oder an die Zahl der zu befördernden Autos angepasst werden kann«, sagt Schulp. Dafür werde es bewegliche Relings zwischen dem Passagier- und dem Fahrzeugbereich geben. »Damit ist sichergestellt, dass die Fähren unter allen Wetterbedingungen fahren können«, so der Projektmanager.

Neben der Umweltfreundlichkeit im Betrieb waren auch wirtschaftliche Forderungen zu erfüllen, um eine größtmögliche Effizienz zu sichern und die Wartung zu vereinfachen. Sämtliche Aufbauten sind daher aus Aluminium, das nicht nur leichter, sondern auch beständiger sei.

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