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Der Hafenbetrieb Rotterdam will eine Verbesserung der Umwelt durch einen höheren CO2-Preis erreichen. Er rief das niederländische Kabinett auf, mit Ländern in Nordwesteuropa eine Koalition zur Einführung eines gemeinsamen Preises für CO2 zu bilden.

Bei einem auf dem RDM-Gelände in Rotterdam veranstalteten Hafenbetrieb-Gipfel mit dem Titel »Energy in Transition Summit 2018« forderte Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, nachdrücklich einen höheren Preis für CO2. Castelein möchte durch einen beträchtlich höheren CO2-Preis neue Investitionen in saubere Technologien sowie Innovationen stimulieren. »Ein Preis im Bereich von 50 bis 70 € pro Tonne CO2 stimuliert Betriebe dazu, in Lösungen zu investieren, die wir wirklich brauchen, um die Ziele des Pariser Klima-Abkommens umsetzen zu können«, so der Hafenchef.

In diesem Zusammenhang warnte er aber vor ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Er sei kein Befürworter eines Alleingangs, den Großbritannien beispielsweise im Hinblick auf die Elektrizitätserzeugung gewählt habe. Die Niederlande seien als Transitland stark mit den umgebenden Ländern verbunden. Eine nordwesteuropäische Koalition würde die gleichen Wettbewerbsbedingungen für die Industrie gewährleisten, bekräftigte er.

Rotterdam will CO2 bis 2030 deutlich reduzieren

Nach Angaben des Hafenbetriebs steht das Hafenindustriegebiet Rotterdam/Moerdijk vor der Aufgabe, bis zum Jahre 2030 jährlich 20 Mio. t CO2 zu senken (-49 % im Vergleich zu 1990). Der Hafenbetrieb ist davon überzeugt, »dass dieses Ziel, als Beitrag zum niederländischen Klima-Abkommen, erreicht werden kann.«

Ferner erfordere der Weg bis zum Jahr 2050 eine Treibhausgassenkung um 80 bis 95 % zu erreichen, ein einschneidendes Vorgehen. Nach Ansicht des Hafenbetriebs braucht es hierfür eine radikale Veränderung. »Derzeit werden häufig so genannte End-of-Pipe-Lösungen zwecks einer Optimierung des vorhandenen Energiesystems ins Auge gefasst, wobei es jedoch auf dem Weg bis zum Jahr 2050 um eine radikale Veränderung des Systems geht.«

Auf dem »Energy in Transition Summit 2018« hat der Hafenbetrieb zudem neue Untersuchungsergebnisse vorstellen können. Führte das Wuppertal Institut im vorigen Jahr im Auftrag des Hafenbetriebs eine Studie hinsichtlich der Möglichkeiten zur Erhöhung der Nachhaltigkeit für die Industrie im Hafengebiet durch, hat es sich jetzt mit dem Sektor Transport und Logistik beschäftigt. Aus dieser Studie geht nach Angaben der Niederländer hervor, dass der Transport über das Meer sowie im Hinterland, wobei Rotterdam als Start- oder Zielort fungiert, jedes Jahr ungefähr 25 Mio. t CO2 mit sich bringt.

Für den größten Teil davon, (21,5 Mio. t), zeichne der Transport über das Meer verantwortlich. Damit dieser Sektor ebenfalls das Pariser Klima-Abkommen erfüllen könne, müssen die Emissionen im Jahre 2050 um 95 % gesenkt worden sein. Das sei für die erste Hälfte (bis zu 50 %) anhand von Effizienzmaßnahmen möglich, doch müssten zur Umsetzung der zweiten Hälfte andere Kraftstoffe eingesetzt werden, sagen die Rotterdamer.

Durch umweltverträgliche Kraftstoffe sollen die Ziele erreicht werden

Nach Aussage des Wuppertal Instituts können LNG (Flüssiggas) und Biokraftstoffe in den kommenden Jahrzehnten dazu beitragen, der Energiewende Gestalt zu verleihen. Das endgültige Ziel kann jedoch nur auf der Grundlage von Elektrifizierung, Wasserstoff sowie anhand des Einsatzes von synthetischen Brennstoffen wie Methanol erreicht werden.
Beim Hafenbetrieb Rotterdam ist man bestrebt, einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Logistikketten, zu denen er selbst gehört, zu leisten. In diesem Kontext kündigte Castelein an, dass der Hafenbetrieb fünf Millionen Euro für eine klimaverträgliche Seefahrt bereitstellen will. Es ginge hierbei um die Unterstützung von Schiffseignern und Charterern, die mit Kraftstoffen, die einen niedrigen oder gar keinen Kohlenstoffgehalt aufweisen und nach Rotterdam geliefert würden, experimentierten.

Rabatt für umweltfreundliche Binnenschiffe

Zudem gab der Hafenbetrieb die Einführung einen 100 prozentigen Rabatt für die Binnenhafengebühren bekannt, wenn das Schiff über das Platin-Zertifikat von Green Award verfüge. (Zur Erfüllung dessen müsse es mindestens 50 % der Zeit oder drei Stunden pro Tag elektrisch oder unter Einsatz von Brennstoffzellen fahren) und zudem das digitale Planungstool NextLogic nutzen, sobald es verfügbar sei. NextLogic ist ein Instrument für die optimale Abhandlung der Binnenschifffahrt im Rotterdamer Hafen.