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Der Einsatz von Wasserstoff ist aktuell noch nicht weit verbreitet in der Schifffahrtsbranche. Über die Gründe sowie über die Zukunftsperspektiven wurde bei der Konferenz »Einsatz von Wasserstoff in der Schifffahrt« im Maritimen Kompetenzzentrum (MARIKO) in Leer diskutiert.

Mehr als 100 Personen waren der Einladung von MARIKO und FML aus den Niederlanden zur der deutsch-niederländischen Konferenz gefolgt. Klaus Stolzenburg vom Ingenieurbüro Planet berichtete über aktuelle Entwicklungen von Wasserstoff in anderen Transportsektoren.

Kosten für die Wasserstoffproduktion sind zu hoch

Sören Tinz von der RWTH Aachen die im Projekt MariGreen erarbeiteten Machbarkeitsstudie über den Einsatz von Wasserstoff in der Binnenschifffahrt vor. Tinz, unter dessen Federführung die Studie von insgesamt neun Projektpartnern erstellt wurde, präsentierte Entwicklungstrends und -perspektiven und nahm eine Bewertung der Wasserstoffverwendung unter ökologischen, ökonomischen, infrastrukturellen und technischen Gesichtspunkten vor. Er verdeutlichte, dass der Einsatz von Wasserstoff in der (Binnen-) Schifffahrt aufgrund von mehreren Faktoren derzeit nicht wirtschaftlich ist. Um eine wirtschaftlichen Einsatz von Wasserstoff zu erreichen, müssten die Kosten für die regenerative Wasserstoffproduktion deutlich sinken. Diese Einschätzung fußt auf den Analysen im Hinblick auf den Einsatz von Wasserstoff in Kombination mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Verbrennungsmotor, die für vier exemplarische Binnenschiffe (Frachtschiff, Schubverband, Rheinfähre und ein Kabinen-/Passagierschiff) durchgeführt wurden.

Ein weiterer Bestandteil der Studie waren die besonderen Anforderungen an die Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen im Umgang mit komprimiertem oder verflüssigtem Wasserstoff. Darüber hinaus wurde die Rechtslage für den Einsatz von Wasserstoff als Kraftstoff analysiert.
Die Studie unterstreicht, dass Wasserstoff in vielen Bereichen der Binnenschifffahrt technisch anwendbar ist, so MARIKO. Sie empfiehlt daher nachdrücklich die Entwicklung von Demonstrationsprojekten zu fördern, um dies praktisch nachzuweisen.

Wasserstoffantrieb für Ausbildungsschiff

Ein solches Demonstrationsprojekt ist die »Alsterwasser«, die von Manfred Limbrunner von der Firma Proton Motor vorgestellt wurde. Nach über fünfjährigem Betrieb der »Alsterwasser« hat das Schiff über 50.000 Passagiere emissionsfrei auf der Alster in Hamburg befördert. Seit Herbst 2013 ist das Fahrgastschiff nicht mehr im Einsatz, da die Wasserstofftankstelle aus wirtschaftlichen Gründen abgebaut wurde. Aktuell soll im Rahmen des Projektes MariGreen das Ausbildungsschiff »Emeli« der Maritime Academie Harlingen mit einem Wasserstoffantrieb ausgerüstet werden. Weitere Projekte sind durch deutsche und niederländische Partner in Vorbereitung.

Das Projekt MariGreen wird im Rahmen des INTERREG V A Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch nationale Kofinanzierung aus Deutschland und den Niederlanden gefördert.

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