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Am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) bei Rendsburg wird es eine Schwebefähre geben. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau hat den Auftrag über 11 Mio. € bereits vergeben. Darüber hinaus werden drei Kanalfähren ersetzt

Die Firma »Hermann GmbH Maschinenbautechnologie« ist mit dem Bau der neuen Schwebefähre für die Kanalpassage bei Rendsburg beauftragt worden. Die neue Schwebefähre werde dem Erscheinungsbild der alten entsprechen, sie soll im Jahr 2020 den Betrieb aufnehmen.

»Eine Schwebefähre kauft man nicht von der Stange. Ich freue mich deshalb, dass wir ein erfahrenes und leistungsfähiges Unternehmen gefunden haben«, sagt Rüdiger Schröder, zuständiger Sachbereichsleiter beim WSA Kiel-Holtenau.

Parallel zur Unterzeichnung des Vertrags laufen die Arbeiten zur Erneuerung der durch Abnutzung verschlissenen Schwebefährenschienen auf Hochtouren. Die Arbeiten an der Brücke umfassen weitere 5,5Mio. €. Die Arbeiten sollen planmäßig mit der Inbetriebnahme der neuen Schwebefähre abgeschlossen sein, teilte das WSA mit.

Die alte Schwebefähre war am 8. Januar 2016 mit einem Seeschiff havariert. Die Schäden waren so groß, dass die Reparatur des mehr als 100 Jahre alten Fortbewegungsmittels, das täglich von ca. 1.700 Fußgängern und Radfahrern genutzt wurde, nicht mehr möglich war.

Die Schwebefähre ist das Wahrzeichen der Stadt Rendsburg. Ihre Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 1914, zeitgleich mit der der Eisenbahnhochbrücke.

Neue Kanalfähren beauftragt

Darüber hinaus werden die drei ältesten Kanalfähren »Nobiskrug«, Baujahr 1952, sowie »Hochdonn« und »Audorf«, jeweils Baujahr 1953 durch neue umweltfreundliche 45-t-Fähren ersetzt. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) vergab den Auftrag im Wert von rund 21Mio. € an die Werft Baltic Workboats in Estland.

Die 30m langen, 9,50m breiten und 1,48m tiefgehenden Neubauten erhalten umweltfreundliche Hybridantriebe. Dadurch sollen sich Brennstoffverbrauch und Schadstoffemissionen deutlich reduzieren. Die neuen Fähren werden mit batterieversorgten Elektroantrieben ausgestattet, bei denen die Batterien sowohl von einem Dieselgenerator an Bord als auch mit einem automatisierten Landanschluss aufgeladen werden können. Die Leistung je Antriebsmotor ist mit 140 kW angegeben, die Dauerleistung des Generatordiesels mit 257 kW. Ferner wird das Trio mit je zwei Zykloidal-Propellern des Typs Voith-Schneider-Propeller (VSP) 12R4 ausgestattet, deren Flügelkreisdurchmesser 1.200mm betragen. Die Höchstgeschwindigkeit der Schiffe beträgt 13kn.

Die erste Fähre wird voraussichtlich 2020 in Betrieb gehen. Es sei vorgesehen, mittel- bis langfristig die gesamte NOK-Fährflotte zu ersetzen, heißt es. Dort verkehren insgesamt zwölf 45-t-Fähren und zwei 100-t-Fähren, außerdem stehen zwei 45-t-Reservefähren zur Verfügung.

»Mit den drei Neubauten wird zukünftig eine neue Generation von Kanalfähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs sein. Fußgänger, Radfahrer und Pkw werden dann emissionsärmer und komfortabler auf die andere Seite des Kanals gebracht. Damit optimieren wir die Kanalquerungen auf lange Sicht«, sagt Hans-Heinrich Witte, Präsident der GDWS.

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