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Die Feuerwehr Friedrichshafen hat ein Feuerlöschboot erhalten. Der 7,6 Mio. € teure Neubau aus Finnland ist das erste von vier geplanten Schiffen für den Bodensee

Nach Angaben der Feuerwehr Friedrichshafen hat die Planung der vier insgesamt etwa 7,6Mio.€ teuren Schiffe vier Jahre Zeit in Anspruch genommen. Sie wurden vom Landratsamt Bodensee in Auftrag gegeben und vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Nun wurde das erste Feuerlöschboot durch den Ministerialdirigent Hermann Schröder und Christoph Keckeisen vom Landratsamt Bodenseekreis an die Stadt Friedrichshafen, vertreten durch Hans-Jörg Schraitle, und natürlich an die Feuerwehr Friedrichshafen, vertreten durch Abteilungsleiter und Stadtbrandmeister Louis Laurösch, übergeben.

Das von Kewatec Aluboat im finnischen Kokkola hergestellte 17,40m lange und knapp 4,90 breite Schiff »FN 1078« mit einem Tiefgang von 1,25m ersetzt das alte Feuerlöschboot aus dem Jahre 1973. Auf dem aus Aluminium gefertigten Neubau sind zwei D8-550-Motoren von Volvo Penta mit einer Leistung von je 405kW installiert. Als Hilfsdiesel dient ein D3 – 150 I 4, ebenfalls von Volvo. ZF lieferte die beiden Getriebe, während Nanni Diesel den Generator bereitstellte.

An Bord des Neubaus, der bis zu 46 km/h schnell ist, gibt es zwei Feuerlöschmonitore. Die Feuerlöschpumpe hat eine Leistung von 2.000l/min. Sie wird hydraulisch betrieben und verfügt über einen Schaummischer sowie ein eigenes Aggregat.

Zur weiteren Ausstattung gehören Beiboot und Ladekran. Die Heckplattform ist mit einer Taucherleiter versehen und dient auch als Möglichkeit für den Transport von Ölsperren. BOS-Digital Funk und Analog Funk stehen ebenso zur Verfügung wie ein Radar- und Navigationssystem, Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer und Schlepphaken.

Platz für neun Feuerwehrleute

Das Schiff bietet bis zu neun Feuerwehrleuten Platz. Neben der Brandbekämpfung soll es für technische Hilfeleistungen sowie zur Personenrettung auf dem Bodensee eingesetzt werden. Bis es voraussichtlich Ende September die alte Einheit ablöst, wird die Besatzung umfangreich geschult, um für künftige Einsätze vorbereitet zu sein.

Ein Blick in die Einsatzstatistik der Feuerwehr Friedrichshafen verrät, dass es Einsätze, etwa technische Hilfeleistungen, Unterstützung bei der Seenotrettung oder Sucheinsätze, vermehrt an Wochenenden sowie in der Urlaubszeit im Sommer gibt. An den Wochenenden wird das Feuerlöschboot nach Angaben der Friedrichshafener mit Kräften der Abteilung Stadtmitte besetzt. Wochentags seien je nach Alarmierungszeit Kräfte der Abteilung Hauptamt und der Abteilung Stadtmitte an Bord.

In Kürze erhält auch die Feuerwehr Konstanz ein neues Feuerlöschboot aus Finnland. Gleiches gilt für die Einrichtungen in Radolfzell und Überlingen, die voraussichtlich im Mai die baugleichen Schiffe erhalten werden.

»Mit den neuen Booten sorgen wir für eine hochmoderne Ausstattung der Ölwehr. Eine zentrale Voraussetzung zum Schutz des Ökosystems Bodensee«, so Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg.

An der Konzeption wirkten neben der finnischen Bauwerft Kewatec Aluboat die Landratsämter Bodenseekreis und Konstanz, das baden-württembergische Innenministerium, sowie eine Arbeitsgruppe aus Feuerwehrkameraden aller beteiligten Feuerwehren mit. Die Fa. Panacek Yachtdesign & Engineering aus der Schweiz leistete die fachliche Unterstützung bei der technischen Planung.

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