MSC setzt künftig aufs Binnenschiff

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Die weltweit zweitgrößte Containerlinienreederei will für ihre Hinterlandlogistik zwischen Bremerhaven und Bremen künftig verstärkt auf einen Weser-Shuttle setzen. Vor allem Leercontainer sollen vom bestehenden Trimodal-Dienst befördert werden

Mit drei wöchentlichen Umläufen fährt schon seit längerem ein Binnenschiffs-Shuttle zwischen den Containerterminals in Bremerhaven und den stadtbremischen Häfen. Die »Aviso I« mit angehängtem Leichter schafft dabei bis zu 384 TEU. Dreimal die Woche geht es stromaufwärts, dreimal die Woche zurück. Künftig auch verstärkt mit Containern der Mediterranean Shipping company, kurz MSC.

Die in Genf residierende Reederei im Besitz der italienischen Familie Aponte ist mit derzeit 520 Schiffen nicht nur die Nr. 2 in der globalen Linienschifffahrt, sondern auch einer der wichtigsten Kunden in Bremerhaven. Mit »MSC Gate« betreiben die Schweizer in Kooperation mit Eurogate sogar ein sogenanntes »dedicated terminal«, an dem ihre Schiffe bevorzugt abgefertigt werden.

Wie alle Schifffahrtsunternehmen hat sich MSC mehr Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben, beim Transport selbst, aber auch bei nachgelagerten Verkehren ins Hinterland. Es geht um eine »grünere« Bilanz, vor allem durch die Verringerung der CO2-Emissionen.

Als eine der Maßnahmen wurde kürzlich die Leercontainerlogistik zur Versorgung Bremerhavens »größtenteils« auf den Verkehrsträger Binnenschiff umgestellt, teilte MSC jetzt mit. Statt die Strecke von rund 75 km zwischen den Standorten in Bremen und und den Containerterminals in Bremerhaven wie bislang per Lkw zu bewältigen, wurde in Zusammenarbeit des Terminalbetreibers MSC Gate und der Rhenus-Gruppe ein Konzept entwickelt, diese Container im Regelverkehr per Binnenschiff zu transportieren.

Genutzt wird auch dafür der Koppelverband »Aviso I«, der im Auftrag der Trimodal Logistik GmbH bereits regelmäßig und mehrfach pro Woche auf der Weser hin und her pendelt. Dabei soll die Auslastung der Schiffe optimiert werden. Genauere Angaben zum möglichen Jahresvolumen der Containertransporte wurden zunächst nicht gemacht.

Die Trimodal GmbH ist eines der Nachfolgeunternehmen der bis zu ihrer Insolvenz vor vier Jahren in Bremen beheimateten ACOS-Gruppe. Die Mehrheitsanteile am Kernunternehmen NWL waren von der Rhenus PartnerShip (Duisburg) übernommen worden.

Die NWL wiederum übernahm 50,2% an dem Schwesterunternehmen Trimodal Logistik mit den übrigen Gesellschaftern Eurogate Intermodal (26 %) und EVB (Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser, 23,8 %). Dazu zählt auch die Flotte von Binnenschiffen, die hauptsächlich im Nordwesten bis zu den ARA-Häfen auf weseraufwärts bis Minden unterwegs sind.

Mit dem Containershuttle will MSC jeden Monat rund 10 t an CO2 einsparen, heißt es. Als Vergleich wird angeführt, dass diese Einsparung in etwa dem Ausstoß entspricht, der beim Straßentransport von 50 Containern anfällt.

Der multimodale Verkehr solle künftig eine stärkere Funktion in der Strategie des Carriers einnehmen, heißt es weiter. Man werde »weiterhin an Einsparpotentialen von Treibhausgasen entlang der Transportkette arbeiten, um diese in ein nachhaltiges Konzept zu überführen«.

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