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1935 aus der Not gegründet, ist die Nederlandse Particuliere Rijnvaart-Centrale (NPRC) heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Lieferketten entlang der europäischen Wasserstraßen. Unter neuer Führung will die Genossenschaft weiter wachsen

Die Nederlandse Particuliere Rijnvaart-Centrale (NPRC), die größte Genossenschaft in der niederländischen Binnenschifffahrt, wird 85 Jahre alt. Sie ist ein gewichtiger Akteur in der Binnenschifffahrt: Die zweitgrößte Genossenschaft Europas transportiert mit mehr als 200 Schiffen jährlich 13 Mio. t an Gütern. Unter einen neuen Führung soll die NPRC auch in den kommenden Jahren ihre Erfolgskurs fortsetzen.

Als Nachfolgerin des scheidenden Geschäftsführers Stefan Meeusen hat Femke Brenninkmeijer zum 1. Juni als neue CEO das Ruder übernommen. Sie war zuvor Leiterin des Bereichs Energie, Cargo und Offshore im Amsterdamer Hafen. »Sie ist genau die Richtige, um die NPRC durch die schwierige Zeit nach der Corona-Krise zu führen«, sagte Aufsichtsratschef Frank Ex. Das Angebot soll auch künftig von Kontinuität und Verlässlichkeit geprägt sein. Denn das bedeute Arbeitsplatz­sicherheit für die Partikuliere und Versorgungssicherheit für die Kunden.

Brenninkmeijer sieht nach eigenen Angaben aber auch gute Chancen für die NPRC in Märkten, auf denen bislang noch nicht so stark das Augenmerk liege.

In den vergangenen zehn Jahren hat der NPRC weiter an Dynamik gewonnen, heißt es. In diesem Zeitraum sei die transportierte Menge von knapp 5 Mio. t im Jahr 2010 auf zuletzt 13 Mio. t (2019) gestiegen. Auf dieses Wachstum von 160% sei man sehr stolz.

Mehr als tausend Schiffe haben in der sich wandelnden Welt der Binnenschifffahrt die typische orangefarbene Flagge mit einem weißen Balken geführt, die jeder Binnenschiffer schon aus weiter Ferne erkennt. Nicht zufällig, aber sehr symbolisch hisste die neue Chefin Brenninkmeijer die Jubiläumsflagge daher an Bord der »Mergus«, ihre Besitzer Teun & Mariëtte Buitendijk sind bereits seit 1974 Mitglied der Genossenschaft.

Ökologisierung der Lieferkette

Die NPRC hat sich das Thema Ökologie auf die Fahnen geschrieben, gemeinsam mit den Mitgliedern wolle man Innovationen im Transport und bei der Technik an Bord einführen, erklärt

Brenninkmeijer. »Unsere Genossenschaft ist dafür bestens geeignet.« Gemeinsam mit den Kunden wolle man nachhaltige und umweltfreundliche Geschäftsmodelle entwickeln. Dies sei in der Vergangenheit mit der Installation von Katalysatoren und Partikelfiltern bereits geschehen. Das NPRC-Mitglied Harm Lenten werde demnächst gemeinsam mit dem Kunden Nouryon ein wasserstoffbetriebenes Schiff in Fahrt setzen. »Damit rückt eine emissionsfreie Binnenschifffahrt in Reichweite, auch darauf sind wir sehr stolz«, so Brenninkmeijer.

In eine digitale Zukunft

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Digitalisierung aller Prozesse. Spielte vor 30 Jahren noch der UKW-Funk noch die entscheidende Rolle, sei inzwischen die NPRC-App das Herzstück des operativen Betriebs. Partikuliere und ihre Logistikkunden tauschen darüber alle wichtigen Transportdaten aus. Das Angebot soll ausgebaut werden. »Durch mehr Informationen in Echtzeit können die Lieferketten verlässlicher und effizienter gesteuert werden«, so die NPRC-Chefin.

Im Jubiläumsjahr hat die NPRC eine spezielle Website ins Netz gestellt: Mehr unter togetherwecandosomuchmore.nl

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