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Verlader und Spediteure in den Niederlanden erhalten 20 € für jeden Container, der von der Straße auf die Binnenwasserstraße verlagert wird.

Dies geht aus dem am 15. November veröffentlichten Verlagerungskonzept des Niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft hervor.

Die Europäische Kommission hatte die Subvention bereits Mitte Oktober genehmigt, aber zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, wie die Regelung umgesetzt werden würde. Das Konzept der Verkehrsverlagerung sieht nun vor, dass eine Gebühr pro Container erhoben wird, um die Verlader zum Umstieg auf einen umweltfreundlicheren Verkehrsträger zu bewegen. Die Förderregelung richtet sich an Verlader und Spediteure. Um sie zu ermutigen, sich für die Binnenschifffahrt oder die Schiene zu entscheiden, ist ein Zuschuss von 20 € pro strukturell bewegtem Container (oder dem Äquivalent bei Massengut) vorgesehen, schreiben Minister Harbers und Staatssekretär Heijnen.

Aufgrund des langwierigen Verfahrens bei der Genehmigung der Beihilferegelung durch Brüssel musste der Sektor lange Zeit auf die neue Regelung warten. Dies hat dazu geführt, dass Projekte zur Verkehrsverlagerung aufgeschoben wurden.

In der Zwischenzeit ist eine befristete Subventionsregelung in Kraft getreten. Dies hat Projekte ausgelöst, die zu einer Verkehrsverlagerung von 945 TEU pro Tag führen sollen.

Mit dem Zuschuss soll das Straßennetz gezielt entlastet werden. Daher kommen nur Unternehmen in Frage, die normalerweise eine erhebliche Menge an Gütern auf dem Ost- oder Südostkorridor auf der Straße befördern.

Der Korridor Ost ist die Strecke von Rotterdam nach Arnhem-Nijmegen und der Korridor Süd-Ost betrifft die Strecke von Rotterdam nach Maastricht über Venlo. Was als »erheblicher Anteil« angesehen wird, wird sich zeigen, wenn die Beihilferegelung im Amtsblatt der Regierung veröffentlicht wird. Es gibt definitiv eine Untergrenze für die Anzahl der Container. Ein Verlader, der einen Container auf die Schiene oder das Wasser stellt, dürfte sich nicht für die Förderung eignen.

Verlader, die in den Genuss der Subvention kommen, erhalten diese über einen Zeitraum von zwei Jahren. Zu Beginn und am Ende dieser zwei Jahre wird dann bewertet, wie viele Container tatsächlich den Verkehr verlagert haben. Die Rechnungseinheit beträgt 20 € Subvention pro 1,7 TEU.

Der Verladerverband Evofenedex kann nicht sagen, ob die Regelung erfolgreich sein wird, denn es lässt sich nicht eindeutig sagen, ob 20 € pro Container ausreichen, um eine Verkehrsverlagerung zu bewirken. »Jedes bisschen hilft«, sagt Sprecherin Ellen Timmer. Aber eine Verkehrsverlagerung erfordert eine Veränderung der gesamten Lieferkette eines Unternehmens.

Der Zuschuss ist Teil des Anreizkonzepts zur Verkehrsverlagerung. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 täglich rund 2.200 TEU von der Straße zu nehmen. Davon sollten 2000 TEU auf die Binnenschifffahrt und 200 TEU auf die Bahn entfallen. Dies wurde nun auf 3.000 TEU pro Tag korrigiert. Das würde bedeuten, dass ab Ende 2025 jährlich 440.000 Container von der Straße verschwinden würden. Ein weiterer Bestandteil des Anreizkonzepts ist die kürzlich eröffnete Ausschreibung für die Verkehrsverlagerung im bestehenden Linienverkehr. Dabei werden 2,5 Millionen auf drei Strecken verteilt. (ga)

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