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Konecranes hat die Arbeiten an einem 40 t tragenden Containerkran am trimodalen Terminal von Contargo Rhein-Neckar im Hafen von Mannheim abgeschlossen. Die Modernisierung geschah während des laufenden Betriebs.

An dem 20 m hohen und über eine Spannweite von 35 m verfügenden Kran mit der Bezeichnung Titan 3 standen umfangreiche Modernisierungen an: die bestehenden Drehwerksantriebe wurden durch Demag-Motorgetriebeeinheiten mit Siemens-Frequenzumrichter ersetzt. Ebenfalls ausgetuscht wurden Laufräder und Lagerungen für die Drehwerksantriebe, Laufräder und Achsen wurden überdies auf die neuen Antriebe angepasst. Auch wurde das Hubwerksgetriebe samt Hubwerksbremse ersetzt. Darüber hinaus wurde die Unterkosntruktion des Hubwerkgetriebes erneuert, Anpassungen der Drehmomentstütze an das neue Getriebe vorgenommen und die Hubwerkstrommel überholt. Der komplette Austausch der Schleppkabelanlage und die Erneuerung der Doppel-T-Profilträger rundeten die Arbeiten ab.

Das Hubwerk des Titan 3 läuft rund um die Uhr, an sechs Tagen pro Woche. Die von Konecranes modernisierte Hubwerksbremse soll den Dauerbetrieb noch sicherer machen
Das Hubwerk des Titan 3 läuft rund um die Uhr, an sechs Tagen pro Woche. Die von Konecranes modernisierte Hubwerksbremse soll den Dauerbetrieb noch sicherer machen. Foto: Konecranes

»Unsere Aufgabe war es, nach der Prüfung des Containerkrans alle benötigten Ersatzteile schnell zu beschaffen und dabei Komponenten mit maximaler Lebensdauer zu wählen, für eine hohe Verfügbarkeit«, sagt Mathias Heyer, Field Supervisor bei Konecranes. »Bei älteren, einzeln angefertigten Kranen kommt es oft vor, dass es keine Ersatzteile mehr für die Antriebstechnik gibt«, so Heyer über einige Herausforderungen. Auf solche Fälle sei man aber vorbereitet und könne schnell für Ersatz sorgen. Dank der jetzt verbauten Demag-Motorgetriebeeinheiten könne der Kranführer das Drehwerk nun stufenlos kontrollieren, ergänzt Heyer.

Weil ein Schaden in einer der Getriebestufen festgestellt worden war, wurde das Hubwerksgetriebe komplett ausgetauscht. Für das alte Getriebe habe es ebenfalls keine Ersatzteile mehr gegeben, hieß es. »Die Getriebestufen nach Muster einzeln herzustellen, hätte bis zu sechs Monate gedauert – und der Kran wäre ein halbes Jahr außer Betrieb gewesen«, so Heyer. Das habe man unter allen Umständen vermeiden wollen. Konecranes-Spezialisten hätten deshalb gemeinsam mit den Antriebsexperten von SEW-Eurodrive ein neues Getriebe konzipiert. »Die Herstellung dauerte nur vier Wochen, damit konnten wir den Stillstand des Containerkrans so kurz wie möglich halten«, erläutert Andreas Richter, Regionalleiter bei Konecranes in Karlsruhe. Das neue Hubwerksgetriebe sei enorm robust, denn es müsse wie alle Teile des Krans der hohen täglichen Beanspruchung beim Betrieb im trimodalen Terminal standhalten.

Dank der Zusammenarbeit zwischen Konecranes, Contargo und SEW-Eurodrive hätte man den Stillstand des Krans auf insgesamt zwei Monate begrenzen können, so Richter.

Konecranes übernimmt auch Wartungs- und Instandhaltungsservices für zwei weitere der fünf großen Containerkrane am Terminal von Contargo Mannheim, unter anderem sollen die vier Portalfahrgetriebe eines weiteren Krans am erneuert werden.

Das trimodale Terminal von Contargo in Mannheim hat eine Lagerkapazität von 8.200 20-Fuß-Containern. Sind sie komplett gefüllt, ergibt das nach Angaben von Konecranes umgerechnet mehr als 164.000 t Fracht. »Als eines der führenden europäischen Hinterlandlogistik-Netzwerke transportieren wir 2,3 Mio. Container im Jahr«, sagt Monir El Khiari, Technischer Leiter bei Contargo Rhein-Neckar.