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Die Schleuse Riedenburg am Main-Donau-Kanal bleibt nach dem Unfall eines Fahrgastschiffes noch bis Mitte der kommenden Woche gesperrt. Derzeit sind 38 Schiffe zum Stilliegen verdammt.

Am Mittwoch vor Pfingsten war ein Fahrgastschiff mit dem Unterhaupt der Schleuse Riedenburg kollidiert und hatte das Schleusentor beschädigt. Dies müsse nun ausgetauscht werden. Für die Arbeiten musste der Revisionsverschluss eingebaut und die Schleusenkammer geleert werden. Auch musste das 45 t schwere Untertor
mit einem großen Autokran ausgebaut werden. Die nötigen Arbeiten würden noch einige Tage in Anspruch nehmen, teilte das WSA mit.

Für die Schifffahrt, die sich aufgrund der unplanmäßigen Sperre bereits von Regensburg bis Hilpoltstein staut, bedeutet diese Unterbrechung große Verluste. 38 Schiffe sind laut WSA von der Zwangspause betroffen, darunter zehn Passagierschiffe.

Die Ermittlungen zur Unfallursache durch die Wasserschutzpolizei sind noch nicht abgeschlossen. Zuletzt war es häufige zu Kollisionen mit Bauwerken gekommen. BDB-Präsident Martin Staats verweist daher vor allem auf die Bedeutung der Aus- und Fortbildung im Binnenschifffahrtsgewerbe. »Gerade während länger anhaltender Niedrigwasserperioden sind sehr gute nautische Kenntnisse für ein sicheres Navigieren ein absolutes Muss«, so Staats. In vorliegenden Fall war ein niederländischer Schiffsführer mit einem unter Schweizer Flagge fahrenden Schiff unterwegs.

Die Sperrung der Schleuse bedeute einen massiven Schaden für die Güterschifffahrt. »Angesichts der derzeit vorherrschenden guten Auftragslage in diesem Fahrtgebiet und im Hinblick auf die zu erwartenden fallenden Wasserstände ist ein großer volkswirtschaftlicher Schaden zu befürchten«, so Staats. Die Versorgung der Agrar-, Montan- und Düngemittelindustrie sowie der Baustoffbranche sei durch die tagelange Schleusensperrung gefährdet. Auch Schwerguttransporte im Main-Donau-Raum, die das marode Straßennetz signifikant entlasten könnten. kämen durch die Beeinträchtigung zum Erliegen.

Der Verband sei daher in intensiven Gesprächen mit den zuständigen Ministerien und beteiligten Institutionen. Außerdem investiert der BDB auch in diesem Jahr wieder in die Modernisierung des verbandseigenen Schulschiffs »Rhein«.