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Das Stralsunder Schiffbauunternehmen Ostseestaal fertigt für die Stadt Rostock eine Elektro-Solar-Personenfähre. Der Neubau soll ab 2021 komplett emissionsfrei fahren

Der 21m lange vollelektrische Katamaran wird im Auftrag der Stadt Rostock von Ostseestaal und Ampereship gebaut. Die Ablieferung soll Mitte 2021 erfolgen. Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Senator für Finanzen, Digitalisierung und Ordnung in Rostock: »Eine schnelle und zuverlässige Verbindung der städtischen Bereiche östlich und westlich der Warnow ist für unsere Stadt von großer Bedeutung. Mit der neuen Elektro-Solar-Fähre wollen wir hier einen echten Quantensprung machen.«

Ostseestaal hat in den letzten Jahren zehn Elektro-Solarschiffe für verschiedene Einsatzfälle gebaut. Zuletzt mit der »Sankta Maria II« die weltweit erste vollelektrische Autofähre für Binnengewässer, die auf der Mosel verkehrt. »Die bei unseren vorigen Projekten gesammelten Erfahrungen bringen wir in den jetzigen Neubau mit ein«, erklärt Ingo Schillinger, verantwortlicher Manager von Ampereship.

Die neue Elektro-Solar-Personenfähre ist für den Einsatz im Rostocker Stadthafen vorgesehen, wo sie ab Mitte 2021 auf einer Strecke von einem halben Kilometer zwischen Kabutzenhof und Gehlsdorf pendeln soll. Der Rumpf des Katamarans wird aus Stahl gefertigt. Die Fähre befördert bis zu 80 Personen und 15 Fahrräder auf einer Tour, vollelektrisch und komplett emissionsfrei. Den Antriebsstrom für die zwei 45-kW-Ruderpropeller liefern Batterien, welche von insgesamt 36 auf dem Dach des Schiffes installierten Solarmodulen geladen werden.

Nach Angaben von Schillinger erreicht der von Ampereship designte Katamaran eine Höchstgeschwindigkeit von 14km/h, wobei für die Realisierung des Fahrplanes eine Dienstgeschwindigkeit von 7 bis 8km/h ausreichend ist.

Durch den Einsatz der umweltschonenden Elektro-Solar-Personenfähre im innerstädtischen Verkehr auf der Warnow werden bis zu 36.000 l Diesel pro Jahr eingespart. »Wir bringen die E-Mobilität aufs Wasser« unterstreicht Thomas Kühmstedt, Technischer Direktor von Ostseestaal und Geschäftsführer von Ampereship, das Credo der Elektro-Solar-Schiffbauer vom Strelasund.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise habe sich mit der Hereinnahme des jüngsten Elektro-Solar-Schiffbauprojektes die langjährige Strategie von Ostseestaal bewährt, nicht einseitig als maritimer Zulieferer für den Schiffbau zu agieren, sagt Kühmstedt. Ostseestaal arbeitet seit Jahren unter anderem für Auftraggeber im Flugzeugbau, in der Windenergiebranche und Tankindustrie (auch LNG-Tanks) sowie bei Architekturprojekten.

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