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Am Suezkanal wurde es in der Corona-Krise bereits vorgemacht, nun könnten auch im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) die Abgaben für Schiffe gesenkt werden.

Das Bundesverkehrsministerium prüft nach eigenen Angaben eine Absenkung der Kanal-Gebühren. Das bestätigte Staatssekretär Enak Ferlemann gegenüber dem NDR. In der Corona-Krise war das Verkehrsaufkommen deutlich gesunken, »insofern haben wir eine besondere Lage, die einen solchen Schritt rechtfertigten könnte«, so Ferlemann.

Einen entsprechenden Vorschlag wolle das Ressort zeitnah vorbereiten. Man könne das zwar nicht allein entscheiden, sondern brauche dafür das Einverständnis des Bundesfinanzministers, er sei optimistisch, eine Lösung noch vor der Anfang Juli beginnenden parlamentarischen Sommerpause finden zu können.

Zahl der Kanalpassagen bricht ein

Eigentlich ist der vor 125 Jahren eingeweihte Kanal zwischen Elbe und Ostsee die meistbefahrenste Wasserstraße der Welt. Doch in der Krise ist die Zahl der Schiffe deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Durchfahrten war im Mai gegenüber dem Vorjahr von 2.482 auf 1.730 um ein Drittel gesunken. Im April lag der Rückgang bei 25 %. Das ist der Schwäche des Welthandels geschuldet, aber auch den derzeit niedrigen Bunkerpreisen.

Etliche Reeder schicken ihre Schiffe inzwischen auf den Umweg über das dänische Skagen, weil die zusätzlichen Kraftstoffkosten nicht ins Gewicht fallen. So sparen sie die Gebühren für die Kanalpassage, die von der Schiffsgröße abhänge.

Insgesamt fließen pro Jahr 25 bis 30 Mio. € an den Bund. Hinzu kommen ähnlich hohe Kosten für Lotsen und Kanalsteurer. Eine Senkung der Gebühren könnte wieder für mehr Belebung auf dem Kanal sorgen. Vor allem Einheiten bis zu einer Länge von 200 m nutzen den Kanal. Beliebt ist er vor allem bei Feederschiffen, RoRo-Frachtern und Küstenmotorschiffen. Tanker und Bulker von zumeist unter 200 m Länge nutzen die künstliche Wasserstraße gelegentlich ebenso, gleiches gilt für Kreuzfahrtschiffe.

Nicht nur die norddeutschen Küstenländer, sondern auch die »Initiative Kiel-Canal« und die Nautischen Vereine am NOK hatten Berlin zum Handeln aufgefordert.

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