Weihten zusammen Hamburgs erste Landstromanlage für Binnenschiffe ein: Jens Meier (li.) und Michael Westhagemann
Weihten Hamburgs erste Landstromanlage für Binnenschiffe ein: Jens Meier (li.) und Michael Westhagemann (© HHM)
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Im Hamburger Hafen ist die erste Landstromanlage für die Binnenschifffahrt eingeweiht worden.

Über die Landstromanlage können Fahrgastschiffe während ihrer Liegezeit an den Hamburger Landungsbrücken mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Dabei können sie ihre bordeigenen Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung abschalten und so Luftschadstoffe wie Stickstoff- und Schwefeloxide, klimaschädliche CO2-Emissionen sowie Lärm vermeiden.

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann und Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA), weihten die Anlage ein. Westhagemann zufolge sei es durch strengere Auflagen und vor allem durch ein generelles Umdenken in Bezug auf Schadstoffemissionen inzwischen immer attraktiver Landstrom zu nutzen und auch ältere Schiffe umzurüsten. Dabei müsse aber vor allem das Ziel sein, dass der Strom günstiger ist als der herkömmliche Treibstoff Diesel. Um das auch langfristig garantieren zu können, sei die Behörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) im stetigen Austausch mit Bund und Projektpartnern.

Für einen Probezeitraum von einem Jahr wird der Landstrom für Fahrgastschiffe kostenfrei angeboten. Jens Meier erklärt: »In diesem ersten Jahr wird gar nichts in Rechnung gestellt. Zunächst soll vor allem das Nutzungsverhalten austariert werden, um dann die Preistarife zu erarbeiten. Jetzt kommt es darauf an, eine maximale Nutzerzahl zu generieren.« Gemeinsam mit den Projektpartnern möchte die BWI in diesem Übergangszeitraum vertrauensvoller Ansprechpartner sein, um eventuelle Probleme möglichst effizient und gemeinsam mit den Kunden zu lösen.

Durch technische Besonderheiten wie ein Pilotstecker, der ein Schiff automatisch erkennt und den Strom abrechnet, sollen Nutzerfreundlichkeit und Kundenbindung erreicht werden. Ältere Schiffe müssten weiterhin erst mit einem Trenn-Trafo ausgerüstet werden, um problemlos an einer der drei eingeweihten Stationen Landstrom zu beziehen.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über Mittel der »Verwaltungsvereinbarung Errichtung von Landstromanlagen« finanziell gefördert.

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