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Trotz widrigen Transportbedingungen und trotz dem baubedingt ruhenden Umschlagbetrieb im Hafen Torgau hat der Hafenverbund SBO (Sächsische Binnenhäfen Oberelbe) den Umschlag 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern können. Hauptgrund ist die trimodale Anbindung.

Insgesamt gingen 2,66 Mio. t Güter und somit 1 % mehr als 2016 über die Kaikanten der sechs Binnenhäfen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Tschechischen Republik.

Nach Angaben der SBO hat der Hafen Riesa im vergangenen Jahr einen Rekordumschlag im Containergeschäft erzielt. Es wurden fast gut 42.900 TEU umgeschlagen, ein Plus von 13 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die Boxen werden zweimal wöchentlich mit der Elbe-Container-Linie ECL2000 und fünfmal wöchentlich mit der Ganzzugverbindung AlbatrosExpress zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven transportiert.

Grundlage für die positive Entwicklung sei das Anbieten von ganzheitlichen logistischen Lösungen für die angesiedelten Unternehmen und Kunden, heißt es. In der temperaturgeführten Containerservicehalle werden »Leistungen rund um den Container« angeboten. Das Portfolio reicht von Reparaturen, Reinigungen, Sonderbau und Handel von Containern über den Einbau von Inlets und Spezialeinbauten bis hin zu Be- und Entlabelung, dem Containerstauen und -packen sowie der Kommissionierung für Kunden.

Eine Steigerung von 12% (+ 90.000 t) verzeichneten die SBO-Häfen beim Güterverkehr per Eisenbahn. Dabei konnten besonders die Häfen Riesa (+ 11,5%), Roßlau (+ 36%), Decin (+ 171%) und Lovosice (+ 10,5%) zulegen. Per Eisenbahn wurden vor allem Container, Schrott, Düngemittel und Stahlbleche transportiert.

Von Mai bis Oktober hatten die Oberelbe-Häfen nach eigenen Angaben mit den anhaltenden niedrigen Wasserständen der Elbe zu kämpfen. Dadurch sei der Güterumschlag per Binnenschiff um 17 % auf knapp 195.000 t zurückgegangen. Zu den transportierten Gütern gehörten Container, Getreide, Flussspat, Sojaschrot, Stahlprodukte, Schrott und Projektladungen.

Die Häfen Dresden, Roßlau und Lovosice haben sich bereits seit Jahren als Standorte für den Umschlag von Projektladungen etabliert. Besonders positiv sei die Entwicklung im Hafen Dresden verlaufen. Seit der Inbetriebnahme des Liebherr-Raupenkranes LR 1600/2 im Jahr 2015 habe der Hafen Dresden kontinuierlich zum Zentrum für den Schwergutumschlag in der Region ausgebaut werden können. Nach SBO-Angaben gab es im vergangenen Jahr 118 Großverladungen mit einem Gesamtgewicht von 10.500 t. Damit sei die Umschlagmenge vom Vorjahr verdoppelt worden.

Zur Bündelung der Kompetenzen und Verknüpfung der Leistungsangebote im Bereich Spezialtransporte haben die multimodal orientierten Logistikunternehmen SBO und die Kahl Schwerlast Unternehmensgruppe Anfang Juni 2017 eine Kooperation geschlossen. Dadurch können weitere Komplettlösungen für Transport, Lagerung, Umschlag und Verpackung angeboten werden.

Ergänzt werde das Portfolio durch einen technisch hochmodernen und vielfältigen Fuhrpark. Dieser umfasst neben Standardfahrzeugen auch maßgeschneiderte multimodale Fahrzeugkombinationen für den Schwerlastverkehr. Unabhängig von dem jeweiligen Transportgut und der Branche böte die Kooperation das nötige Equipment, um Normal- sowie Großraum- und Schwertransporte zeitgerecht, sicher und zielorientiert zu realisieren, so die SBO.

Zum Hafenverbund SBO gehören die Binnenhäfen in Dresden, Riesa, Torgau, Mühlberg, Decin, Lovosice und Dessau-Roßlau.