Ein Binnenschiff in der Nähe des Hafens Lüttich. © Hefenbetrieb Lüttich
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Der Europäische Verband der Binnenhäfen (EFIP) befürwortet die Ausrichtung und die Aktionen der EU für die nachhaltige und intelligente Mobilität in Europa. Die Binnenhäfen nehmen in der jüngst veröffentlichten Strategie eine wichtige Funktion ein.

Die Rolle der Binnenhäfen als multimodale Knotenpunkte führe emissionsarme Verkehrsträger zusammen und fördere intelligente Stadtlogistiklösungen, die beim Übergang zu intelligenter und nachhaltiger Mobilität eine Schlüsselrolle spielten, so EFIP.

Die lang erwartete Strategie wurde jüngst von Exekutiv-Vizepräsident Timmermans und dem Kommissar für Verkehr Vălean vorgestellt. Sie umreißt die geplanten Maßnahmen, mit denen die Ziele des Green Deal, die Emissionen bis 2030 um mindestens 50 % zu reduzieren und bis 2050 die Kohlenstoffneutralität im Verkehrsbereich zu erreichen, verwirklicht werden sollen.

Im Mittelpunkt der Strategie steht die Dekarbonisierung aller Verkehrsträger. Dabei erkennt die Kommission das Potenzial der Häfen als Energieknotenpunkte und die Einführung sauberer Schiffe an. Die vorgeschlagene Überarbeitung der Richtlinie über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und der Richtlinie zur Energiebesteuerung werde dabei eine wesentliche Rolle spielen, so EFIP. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Schaffung von Anreizen für den Einsatz erneuerbarer und kohlenstoffarmer Betankungsinfrastrukturen seien erforderlich, »da die Binnenhäfen nicht in der Lage sein werden, diese wesentlichen Infrastruktur- und Energieentwicklungen allein durchzuführen.« Die Unterstützung durch die zugesagten Finanzierungsinitiativen werde entscheidend sein. Die Binnenhäfen begrüßen auch die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verwirklichung des Verursacherprinzips, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Verkehrsträger zu erreichen.

Die anhaltende Unterstützung und die Initiativen zur Erreichung der Verkehrsverlagerung und Synkromodalität zeige, dass Europa die Verlagerung auf die Binnenschifffahrt und den Schienenverkehr Wirklichkeit werden lassen wolle. Die EFIP begrüße daher die angekündigte NAIADES III und die aktualisierte Schienengüterverkehrskorridor-Verordnung. Der Vorschlag zur Unterstützung von Investitionen in multimodale Terminals und Umschlaginfrastruktur sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen werden aus der Perspektive der europäischen Binnenhäfen von wesentlicher Bedeutung sein. Zusammen mit der geplanten neuen Richtlinie über den kombinierten Verkehr könne der multimodale Verkehr zum Eckpfeiler der europäischen Logistik werden.

»Die Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität ist ein Dokument, das der europäischen Verkehrspolitik Klarheit und Richtung gibt. Die Anerkennung der Rolle der Binnenhäfen bei der Erreichung des Europäischen Grünen Deals ist sehr zu begrüßen, da wir hart daran arbeiten, zur Dekarbonisierung des Verkehrs beizutragen«, so EFIP-Präsident Friedrich Lehr. Durch die Unterstützung der Verkehrsverlagerung, der Synkromodalität, alternativer Kraftstoffe und der Stadtlogistik könnte damit beginnen, an der Verwirklichung einer grünen Logistik zu arbeiten, um bis 2050 eine kohlenstoffneutrale europäische Wirtschaft zu erreichen.

Schließlich begrüßen die europäischen Binnenhäfen die vorgeschlagenen Initiativen zur nachhaltigen Stadtlogistik. Die EFIP und ihre Mitglieder haben nach eigenen Angaben neue Innovationen zur Unterstützung einer sauberen Logistik in ihren Städten und Regionen vorangetrieben und erwarten, dass den Binnenhäfen in den vorgeschlagenen Plänen zur nachhaltigen Stadtlogistik eine herausragende Rolle eingeräumt wird. Die erweiterte Nutzung der Binnenwasserstraßen in den Städten böte in dieser Hinsicht ein beträchtliches Potenzial.

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