Fassmer-CIT-E-Ferry-Torqeedo
Die CIT-E-Fähre gibt es in verschiedenen Größen und mit verschiedenen Ausführungen © Fassmer
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Der Antriebsspezialist Torqeedo und die Fassmer-Werft haben auf der Messe STL ein vollelektrisches Konzept für den öffentlichen Nahverkehr entwickelt. Die CIT-E Ferry gibt es in verschiedenen Ausführungen

Beide Unternehmen sehen gute Marktchancen für Wassertaxis, Fähren und andere Passagierschiffe im urbanen Verkehr. Gemeinsam haben sie jetzt auf der maritimen Fachmesse STL in Kalkar das Konzept eines elektrisch betriebenen Schiffes vorgelegt, der sogenannten Fassmer CIT-E Ferry, angetrieben von elektrischen Ruderpropellern von Torqeedo. »Damit wollen einen kleinen Beitrag zur Emissionsvermeidung leisten«, sagt Matthias Schubert, Direktor für den kommerziellen Vertrieb bei Torqeedo.

Die CIT-E Ferry kann auf innerstädtischen Wasserstraßen sehr kosteneffizient betrieben werden: Pendlerschiffe fahren typischerweise mit effizienten Geschwindigkeiten und sind 8–14 h im Einsatz, so dass ausreichend Zeit für das Aufladen über Nacht bleibt. Das reduziert die Kosten für die Infrastruktur und die Batterien und macht den Angaben zufolge die gesamte Investition ökonomisch und ökologisch noch vorteilhafter. Das preisgekrönte Antriebssystem »Deep Blue« von Torqeedo ist das Herzstück der CIT-E Ferry von Fassmer. Zwei lenkbare Ruderpropeller liefern 100 kW (Spitzenleistung 130 kW) und lassen sich um 360° drehen, so dass sich die CIT-E Ferry auch in den engsten städtischen Wasserstraßen leicht manövrieren lässt.

Deep-Blue-Lithium-Ionen-Batterien mit einer Batteriekapazität von 80 kWh–1 MWh versorgen das Antriebssystem mit Energie. Abhängig von der Gesamtbatteriekapazität kann eine tägliche Betriebszeit von 14 h ohne Nachladen erreicht werden. Eine vom DNV typgeprüfte Batterievariante sei ebenfalls erhältlich.

Die CIT-E Ferry kann bis zu 100 Passagiere aufnehmen. Das modulare Konzept erlaubt es dem Kunden, Schiffe je nach Route und Bedarf mit einer Länge von 12 m bis 24 m zu bestellen. Gebaut werden die Fähren aus GFK mit deutlichen Gewichtsvorteilen gegenüber Stahl- oder Aluminium-Rümpfen. Der vom Design-Büro Judel/Vrolijk aus Bremerhaven entworfene widerstandsarme Katamaran-Rumpf ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h.

Darüber hinaus könnten künftige Betreiber dank der variablen Innenausstattung individuelle Kunden- und Streckenbedürfnisse berücksichtigen. Das betrifft eine flexible Anzahl von Sitz- und Stehplätzen, Platz für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen, ein LED-Lichtsystem, eine Klimaanlage oder ein Infotainment System. Für längere Strecken oder Ausflugsschiffe können zusätzlich Toiletten, Kioske und Snackautomaten eingebaut werden.

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