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Die Pläne zum Hafen-Ausbau in Köln-Godorf stehen endgültig auf der Kippe. Eine Parlamentsmehrheit will eine entsprechende Absage im Stadtrat verabschieden.

Eine Partei-übergreifendes Bündnis aus CDU, FDP, Grünen und der Ratsgruppe GUT könnte die Pläne zum Ausbau des Godorfer Hafens endgültig beerdigen. In einem Antrag zur Stadtratssitzung in der kommenden Woche soll dem Vorhaben eine Absage erteilt werden.

Umweltverbände waren immer schon dagegen. Neben dem Hafenbetreiber HGK hatten sich in der Vergangenheit Gewerkschaften sowie Industrie- und Handelskammer wiederum für den Ausbau eingesetzt. Auch die Kölner CDU gehörte lange Jahre zu den Befürwortern des Projekts. Doch nun folgt die Kehrtwende.

Als Grund für den politischen Kurswechsel wird unter anderem genannt, dass der Hafen-Ausbau ökonomisch wie ökologisch nicht verantwortbar sei. Außerdem seien bereits der Hafen in Bonn ausgebaut worden und für Lülsdorf und im Kölner Norden Hafen-Erweiterungen geplant. Für Godorf gebe es daher keine Argumente mehr, heißt es.

Als »zwingend notwendig« sieht hingegen der HGK-Vorstand den Ausbau des Godorfer Hafens an. In einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PWC) aus dem Dezember 2016 sei für den Ausbau des Hafens in Godorf ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) ermittelt worden.

Eine Potenzialanalyse der Firma Planco Consulting für die Kölner Häfen bis zum Jahr 2035 sagt eine Steigerung des Frachtaufkommens der Binnenschifffahrt um 20% voraus. In diesem Zusammenhang werde der Anteil des Containerverkehrs am Aufkommen überproportional steigen.

In Godorf könne die Fracht direkt vom Lkw aufs Binnenschiff und auf die Güterbahn umgeladen werden. So könnten laut einem PWC-Gutachten jährlich rund 170.000 Containereinheiten umgeschlagen werden, rund 125.000 Einheiten würden dabei vom Lkw auf das Schiff verlagert.

Zudem verweist die HGK darauf, dass bislang schon ein finanzieller Aufwand in Höhe von 8 Mio. € entstanden sei. Sollte der vom Rat der Stadt Köln getätigte Beschluss zum Ausbau aufgehoben werden, müsse der Betrag sofort in der Bilanz wertberichtigt werden. Dadurch würde sich das Ergebnis der HGK um diese 8 Mio. € verschlechtern und nicht zur Ausschüttung an den Stadtwerke Köln Konzern und somit an die Stadt zur Verfügung stehen.