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Die Technische Universität Hamburg und die Flotte Hamburg haben eine Kooperation geschlossen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Emissionen zu senken.

Klimaneutralität bis 2050 – um dieses von der Europäischen Union gesetzte Klimaziel zu erreichen, muss vor allem CO2-reduziert werden. Und das nicht nur auf den Straßen und in der Luft, sondern auch auf dem Wasser.

Die Flotte Hamburg (FLH), die in einem übergreifenden Flottenmanagement die städtischen Binnenschiffe betreibt, kooperiert vor diesem Hintergrund mit der Technischen Universität Hamburg. »Die weitere Vernetzung des Hamburger Know-hows sowie die wissenschaftliche Begleitung unserer Nachhaltigkeitsanstrengungen legen den Grundstein für einen klimaneutralen Betrieb unserer Schiffsflotte«, so Karsten Schönewald, einer der Geschäftsführer der FLH.

(v.l.): Thilo Jürgens-Tatje, Prof. Friedrich Wirz und Gunnar Hintz aus der Arbeitsgruppe Schiffsmaschinenbau © TU Hamburg

Durch vielfältige Maßnahmen wie zum Beispiel die Umstellung auf emissionsarme Kraftstoffe, innovative Antriebslösungen und Abgasnachbehandlungen konnte die FLH laut eigenen Angaben den Ausstoß von Schadstoffen wie Stickoxiden und Feinstaub bereits deutlich reduzieren und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität im Hamburger Hafen leisten. In Zusammenarbeit mit den Experten der TU-Arbeitsgruppe Schiffsmaschinenbau (ASM) soll nun gemeinsam darauf aufgebaut und die aktuelle Umweltstrategie der Flotte Hamburg zu einem »Zero-Emissions-Konzept« weiterentwickelt werden. Da es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Fahrprofilen der Schiffe der FLH gibt, untersucht die ASM im Zuge der Kooperation, welche Antriebsart und welcher alternative Kraftstoff zu welchem Schiffstypen passt.

»Ich freue mich über die bevorstehende Zusammenarbeit. Wir werden mit der Kooperation einen Beitrag leisten, um die Flotte Hamburg zum Vorreiter in den alternativen Schiffsantrieben zu machen, den Forschungsstandort Hamburg zu stärken und vor allem das Klima zu schützen«, so der Leiter der ASM Professor Friedrich Wirz. Die gewonnenen Forschungsergebnisse werden nicht nur direkt auf dem Wasser, sondern auch in der weiteren Forschung und Lehre eingesetzt. So entsteht zum einen für die weitere Forschung ein wertvoller Datenpool und zum anderen eröffnet sich für Studierende der TU Hamburg die Möglichkeit durch studentische Arbeiten an dem praxisnahen Projekt teilzuhaben.

Arbeitsgruppe Schiffsmaschinenbau

Die ASM befasst sich bereits seit mehreren Jahren mit den Themen alternativer Kraftstoffe und Hybridisierung. Beispielsweise wurde in den letzten Jahren eine Simulationsumgebung für Schiffsantriebssysteme entwickelt, mit der das Verhalten von Motoren und Batteriesystemen im Schiffseinsatz simuliert werden kann. Außerdem betreibt die ASM einen Forschungs-Großmotor mit flüssigem Erdgas sowie ein modernes Betriebsstofflabor. Die ASM kann in diesem Projekt also die Expertise aus diversen Forschungsprojekten zu innovativen Schiffsantrieben einbringen.

Die Flotte Hamburg bietet seit Juli 2017 Flottenmanagement unter einer Flagge. Sie betreibt, verchartert und erneuert bei Bedarf die rund 50 Wasserfahrzeuge der Hamburg Port Authority, der Polizei Hamburg, der Feuerwehr Hamburg und des Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer. Die Flotte Hamburg versteht sich laut eigenen Angaben damit als stadteigene Reederei.

 

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