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Die erste Phase des Probebetriebs für das neue Schiffshebewerk Niederfinow ist abgeschlossen. Sie verlief größtenteils störungsfrei.

Von Mitte September bis Dezember haben im Zuge eines ersten Probebetriebes insgesamt 449 Trogfahrten stattgefunden. 296 Trogfahrten und damit 65,9% seien störungsfrei verlaufen – teilt das für den Bau verantwortliche Wasserstraßen-Neubauamt Berlin mit.

Störungen sind dem WNA zufolge unter anderem an der für den späteren Automatikbetrieb der Anlage erforderlichen Sensorik aufgetreten, bei der Gewährleistung des elektronisch geregelten Gleichlaufes der vier synchron zu betreibenden Antriebe und bei der Entriegelung einer Haltevorrichtung des Troges, mit der dieser für das Andocken an die obere beziehungsweise untere Kanalhaltung am Traggerüst des Hebewerkes arretiert wird.

Im Ergebnis des bisherigen Probebetriebes stehen jetzt noch bauliche Maßnahmen an, die nur bei fest arretiertem Trog ausgeführt werden können. Dazu zählen zum Beispiel ein Umbau der Troghaltevorrichtung, der zusätzliche Einbau von Wartungsbühnen und das Beseitigen von noch erkannten Gefahren für die Arbeitssicherheit durch den Einbau zusätzlicher Geländer, das Schließen von Überstiegslücken und das Schaffen von Anschlagpunkten sowie ein Umbau der Evakuierungstreppen für die Höhenrettung im Havariefall. Auch die Lichtsignalanlagen konnten, wegen anhaltender Lieferprobleme der Hersteller, nach wie vor nicht in Betrieb gesetzt werden.

Dem WNA Berlin zufolge zeige der Verlauf des bisherigen Probebetriebes jedoch insgesamt, dass man auf dem richtigen Weg sei, das Projekt erfolgreich abzuschließen. Gemeinsam mit dem Generalauftragnehmer wolle das Amt jetzt die noch festgestellten Optimierungs- und Umbauarbeiten durchplanen und umsetzen. Im zweiten Quartal 2022 soll der Probebetrieb dann fortgsesetzt werden.

Nach dem Bauvertrag sind zur Simulation eines sicheren Dauerbetriebes mindestens 500 erfolgreich verlaufende Probeschleusungen vorgesehen, die auch dazu genutzt werden, um das künftige Bedien- und Wartungspersonal des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel einzuweisen und alle denkbaren Betriebs- und Störfälle zu simulieren.

Wann die Verkehrsfreigabe erfolgt, kann das Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin Stand noch nicht festlegen. Wie das alte verfügt auch das neue Hebewerk über nur einen Trog und das neue Hebewerk müsse deswegen genauso zuverlässig funktionieren wie das alte, so das WNA. Die oberste Priorität liege daher auch während des Probebetriebes und der Ausführung noch ausstehender Restleistungen weiter auf der »Gewährleistung einer hohen Ausführungsqualität und Verfügbarkeit der neuen Anlage«. Einen Termin für die Verkehrsfreigabe werde man daher erst nach erfolgreichem Abschluss des gesamten Probebetriebes festlegen, heißt es.

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